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Grevenbroich: Shopping-Konkurrenz für die City

Grevenbroich : Shopping-Konkurrenz für die City

Die Nachbarstadt Bedburg verhandelt mit einem Investor über den Bau der Neuen Mitte – einer Einkaufszone auf bis zu 12 000 Quadratmetern. Die Geschäfte dort könnten Kunden und Kaufkraft aus der Grevenbroich abziehen.

Die Nachbarstadt Bedburg verhandelt mit einem Investor über den Bau der Neuen Mitte — einer Einkaufszone auf bis zu 12 000 Quadratmetern. Die Geschäfte dort könnten Kunden und Kaufkraft aus der Grevenbroich abziehen.

Die Grevenbroicher Einzelhändler bekommen verstärkte Konkurrenz in der Nachbarstadt: Der Rat der Stadt Bedburg hat in einer Sondersitzung beschlossen, mit der niederländischen Investorengruppe TenBrinke Vertragsverhandlungen aufzunehmen.

Ziel ist die Errichtung einer "Neuen Mitte" in der mit dem Auto gerade mal zehn Minuten von Grevenbroich entfernten Innenstadt. Auf bis zu 12 000 Quadratmetern Brachfläche sollen dort Geschäfte, Gastronomie und weitere Angebote entstehen. Das bestätigte Alexander Koehl, Sprecher im Rathaus Bedburg, gestern auf NGZ-Anfrage.

Zwar weist Koehl darauf hin, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mitteilen könne, welche Geschäfte sich in der Neuen Mitte niederlassen. "Geplant sind aber in jedem Fall ein Frischemarkt sowie Textilläden", sagt Koehl. Mit dem Bau könne nach Einschätzung von TenBrinke bereits im kommenden Jahr begonnen werden. Gut möglich, dass nach dem "Monte Mare"-Bad, das viele Grevenbroicher mittlerweile anstelle des Schlossbades anzieht, eine weitere Kunden-Abwanderung in die Nachbarstadt bevorsteht — je nachdem, wie attraktiv das Angebot dort wird.

Kein Wunder also, dass die Wirtschaftsförderung Grevenbroich die Pläne in Bedburg aufmerksam verfolgt. Das bestätigt Rathaussprecher Andreas Sterken. "Wir blicken mit Interesse nach Bedburg", sagt er. Allerdings: Eine Abwanderung der Kunden durch die geplante "Neue Mitte" wird in der Schlossstadt nicht befürchtet. Die Ausgangslage für den Einzelhandel in Grevenbroich sei gut, das belege auch eine gegen Null tendierende Leerstandsquote in der Innenstadt.

Zudem gewinne die City durch die Erweiterung der Coens-Galerie um weitere 1800 Quadratmeter mit den Neu-Mietern C&A sowie dem Lebensmittel-Discounter "Netto" an Attraktivität. Und: Der Montanushof als zweites großes Einkaufszentrum ist mit 28 000 Quadratmetern (davon 13 100 Quadratmeter Einzelhandelsfläche) ein weiterer wichtiger Pluspunkt für die City.

Dass Grevenbroich damit gut gerüstet ist, hatten Daten der "Gesellschaft für Konsumforschung" erst im Frühjahr belegt. Demnach zieht die Schlossstadt nach Neuss im Rhein-Kreis die meisten Käufer aus dem Umland an. Bei der Kaufkraft liegt Grevenbroich mit einem Wert von 106,4 über dem Bundesschnitt von 100,0 — und konnte den Wert in den vergangenen zwölf Jahren steigen. 1999 lag er bei 100,7.

Die Zahlen belegen: Die Stadt kann mit der Kaufkraftbindung zufrieden sein und gilt auch im Umland als attraktiv. Dennoch wird das Vorhaben in Bedburg genau verfolgt — und auf die konkreten Pläne zur Neuen Mitte gewartet.

(NGZ/rl)