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Service-Roboter "Pepper" kommt in Grevenbroich zum Einsatz

Elektronisches Heinzelmännchen : Service-Roboter wirbt für Konzert

Sonst hilft Alexander Ferreins Roboter in Museen, heute läuft er durch die Stadt.

Die Maschinen von Alexander Ferrein sind nützliche Gesellen. Der Grevenbroicher Professor ist studierter Informatiker und entwickelt so etwas wie elektronische Heinzelmännchen. Wie sie aussehen und funktionieren, zeigt der 43-Jährige heute. Zusammen mit „Pepper“ kommt Ferrein in die Innenstadt.

„Wir entwickeln Point-of-Sales-Anwendungen mit Pepper, damit er als Informationskiosk beispielsweise in Einkaufszentren mit Menschen interagieren kann.“ Was so sachlich klingt, ist in Aktion ein mehrsprachiger Spaß. Der niedliche Geselle, eine blitzblanke weiße Figur mit kindlich-großäugigem Gesicht und matt blau leuchtenden Ohren, spricht gerne deutsch oder englisch, lässt sich zur Begrüßung ausfragen, wie es ihm geht und gibt Auskunft über Daten und IP-Adressen. „’Pepper’ kommt gut an“, weiß der Professor von anderen Tests, „die Leute versuchen immer, mit ihm ins Gespräch zu kommen“, lacht er. Das geht zwar nicht, denn Alexander Ferrein forscht und entwickelt rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) sowie Industrie 4.0. An der Fachschule Aachen, an der er lehrt und arbeitet, betreut er den Bereich „Autonome Systeme und Kognitive Robotik“. Dort werden „Pepper“ und Co. programmiert, offensichtlich überaus erfolgreich – in der RoboCup-Logistik-Liga räumen „Pepper“ und seine Programmierer regelmäßig ab. „Nachdem wir den Titel vier mal hintereinander geholt haben, reichte es diesmal ’nur’ fürs Treppchen“, erzählt Professor Ferrein.

Nicht für die Fachhochschule oder den Wettbewerb aber wird gebaut, sondern fürs Leben. Klassische Einsatzorte sind Museen oder Flughäfen, an denen die freundlichen Gesellen Standardfragen beantworten. Dem Vernehmen nach hat auch die Deutsche Bahn angefragt, den klugen Roboter als Info-Kiosk entsprechend programmieren zu lassen.

Dass Alexander Ferrein und sein Roboter, übrigens von der Firma Softbanks Robotik gebaut und seit knapp zwei Jahren an der Fachhochschule Aachen beheimatet, jetzt durch Grevenbroichs Innenstadt flanieren, hat einen speziellen Grund: „Das ist ein Gimmick“, sagt Alexander Ferrein über Peppers Einsatz als Testimonial. Reklame soll für das Benefizkonzert am Sonntag, 8. Juli, in der Zehntscheune gemacht werden. „Schließlich geht es um den guten Zweck“, sagt Alexander Ferrein über das Stixx-Konzert mit Barbecue. Ob das süße Elektro-Heinzelmännchen dabei Bestellungen entgegen nimmt, bleibt sein Geheimnis.

(von)