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Grevenbroich: Segelflieger starten in die Saison

Grevenbroich : Segelflieger starten in die Saison

Seit Sonntagmittag sind die Segelflieger des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss wieder am Himmel zu sehen – mit Verspätung: Am Samstag war das Wetter zu schlecht. Im Winter war die Motorwinde erneuert worden.

Seit Sonntagmittag sind die Segelflieger des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss wieder am Himmel zu sehen — mit Verspätung: Am Samstag war das Wetter zu schlecht. Im Winter war die Motorwinde erneuert worden.

Foto: Michael, Reuter

Auf diesen Termin freute sich Günter Keser (61) seit langem: "Wir haben super Wetter. Da macht das Fliegen wieder Spaß. Der Start in die Saison ist bestens gelungen", sagt der Geschäftsführer, der gerade nach seinem ersten Flug der Saison wieder auf dem Boden stand. Hoch hinaus geht es seit diesem Wochenende wieder für die 65 Mitglieder des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss. Die Segelflieger starteten am Sonntag bei bestem "Flieger-Wetter" in die Saison — am Samstag mussten die Segelflugzeuge wegen des schlechten Wetters noch im Hangar bleiben.

Mit einer Motor-Winde werden die Segelflieger über die 1100 Meter lange Start- und Landebahn in die Luft gezogen. Den Winter haben die Segelflugfreunde gut genutzt: "Wir haben den Motor unserer Winde in diesem Winter überholt. Der Alte hat immerhin rund 37 Jahre gehalten", so Keser und fügt stolz hinzu: "Der neue Motor läuft perfekt."

Je nach Windstärke und Richtung erreichen die Flieger eine Höhe von 300 bis 500 Metern. Beim Start steigt das Flugzeug rund zwei Meter in der Sekunde. "Danach klinkt sich das Schleppseil automatisch aus und fällt mit einem kleinen Fallschirm zurück auf die Landebahn", erklärt Günter Keser. Alle neun Flugzeuge des Clubs wurden gestern ausgiebig getestet, die Piloten mussten sich nach fünf Monaten Pause erst wieder ans Fliegen gewöhnen.

Noch fliegen sie nur über Grevenbroich und Umgebung. Doch in rund zwei Wochen seien auch größere Entfernungen möglich. "Bei guter Thermik kann theoretisch bis zu 600 Kilometern weit geflogen werden", sagt Keser.

Bis Oktober läuft die Flugsaison auf der Gustorfer Höhe. Im Winter ist der Boden auf der Landebahn zu weich. Dies bedeutet eine Gefahr für die Flugzeuge. "Bei der Landung könnten dann Schäden entstehen", erläutert der Geschäftsführer. Im Hangar des Aero-Clubs wurden die Maschinen in den Wintermonaten gründlich gewartet und auf die jährliche Prüfung durch den TÜV vorbereitet.

Neben den vielen älteren Mitgliedern sind in den vergangenen Jahren viele Jugendliche dem Verein beigetreten. Ab 14 Jahren dürfen sie unter Aufsicht fliegen. Ab 16 Jahren ist der Erwerb des Pilotenscheins für Segelflugzeuge möglich. "Wir haben 25 Jugendliche im Verein. Alle haben großen Spaß an der Fliegerei", weiß Keser.

Das erste Ziel der Jugendlichen: alleine über Grevenbroich fliegen. Doch dazu muss viel geübt werden. "Rund 50 bis 70 Flüge mit einem Fluglehrer sind vor dem ersten Alleinflug notwendig", sagt Keser.

In den nächsten Wochen können auch wieder Gäste einen Rundflug hoch über Grevenbroich machen. Flüge von bis zu 20 Minuten sind möglich. Gesteuert werden die Maschinen dabei von erfahrenen Piloten.

(NGZ)