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Grevenbroich: Schutz vor Mücken in Allrath

Grevenbroich : Schutz vor Mücken in Allrath

Jahrelang litten Allrather unter Stechmücken. Nach dem Regen vergangener Wochen drohen sich die Plagegeister bei warmem Wetter wieder zu vermehren. Muss Allrath erneut mit einer Plage rechnen? Fachleute sagen: nein.

Sehr gut erinnert sich Josef Breiden noch an die Sommer 2006 und 2007: "Wir konnten die Mückenstiche kaum noch zählen. In den Garten konnten wir nicht mehr — und ins Schlafzimmer erst, wenn wir die Insekten mit Ventilatoren vertrieben hatten", schildert der 68-Jährige.

Vor fünf Jahren war Allrath bundesweit in die Schlagzeilen geraten, als Millionen Stechmücken über die Dorfbewohner herfielen, sie piesackten. 60 Mückenstiche an nur einem Tag zählten manche Allrather. Als Ursache stellte sich schließlich das Umfeld des Regenrückhaltebeckens des Erftverbandes an der B 59 heraus.

Schon ihr Summen raubt vielen den Schlaf, ihr Stich beschert Juckreiz. Jetzt drohen die lästigen Stechmücken wieder zahlreicher zu werden, denn nach den regenreichen Wochen haben sie beste Brutbedingungen. "Mücken legen ihre Eier in stehenden Gewässern ab, und davon gibt es zurzeit reichlich", erklärt Udo Rose, promovierter Gewässerexperte beim Erftverband.

"Für die Eiablage reichen kleinste Pfützen, eine Regentonne oder sogar eine weggeworfene Konservendose — überall dort, wo es keine Fische oder Libellen als natürliche Feinde gibt. Wenn es dann dauerhaft wärmer wird, können die Mücken nach zwei, drei Wochen schlüpfen", so Rose.

Droht Allrath damit die nächste Stechmücken-Invasion? Udo Rose beruhigt: "Nein, von dem Regenrückhaltebecken geht keine Plage mehr aus. Wir haben die Eiablagemöglichkeiten dort beseitigt."

Das Problem vergangener Jahre waren die Tümpel im Umfeld des Beckens, die nach starkem Regen vollliefen. "Im ersten Schritt hatten wir Pumpen installiert, danach die Tümpel zugeschüttet", erklärt Rose.

Auch die Stadt Grevenbroich trat in Aktion: "Wir haben im Flothgraben Unebenheiten beseitigt, damit das Wasser dort schneller abfließt", erläutert Umweltbeauftragter Norbert Wolf. Wo das Gefälle im Graben nahe dem Regenrückhaltebecken nicht ausreicht, "haben wir das Bio- Gift ,bacillus thuringiensis' gesprüht", so Wolf weiter. Das tötet die im Wasser schwimmenden Larven ab und wurde vorsichtshalber nochmals in diesem Frühjahr eingesetzt. Der städtische Umweltbeauftragte erklärt: "Wir haben die Situation im Griff."

Natürlich würden, so Norbert Wolf, auch in den kommenden Wochen Stechmücken unterwegs sein, "aber das betrifft Allrath ebenso wie ganz Grevenbroich und andere Kommunen". Udo Rose rät Hausbesitzern, Regentonnen abzudecken, um so Mücken Brutstätten zu nehmen.

Josef Breiden ist zufrieden. "In diesem Jahr haben wir kein problem mit Stechmücken. Es ist wunderbar, jetzt können wir wieder unseren Garten nutzen. Da wurde eine gute Lösung gefunden."

(NGZ)