1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Schultoiletten-Desaster: Stadt hofft auf eine gütliche Einigung

Grevenbroich : Schultoiletten-Desaster: Stadt hofft auf eine gütliche Einigung

Die langersehnte neue Toilettenanlage steht schon seit Monaten auf dem Hof der Kapellener Grundschule. Doch sie kann nicht genutzt werden. Die Kinder müssen weiterhin die alten, in die Jahre gekommenen WCs am Rande des Schulhofs nutzen. Der Grund: Seit Monaten liegt die Stadtverwaltung mit der Lieferfirma im Clinch. Nach den Karnevalstagen sollen weitere Gespräche geführt werden. Im Rathaus wird nicht ausgeschlossen, dass es danach zu einem Rechtsstreit kommen könnte.

"Wir brauchen endlich eine Lösung — für die Schüler und für die Stadt", erklärt CDU-Ratsherr Ralf Cremers, der sich bereits seit Jahren für neue Schultoiletten in Kapellen einsetzt. "Die heutige Situation ist unhaltbar. Wir haben auf dem Schulhof seit langem eine Baustelle. Und in der alten Toilettenanlage stinkt es, sie entspricht nicht den Mindestanforderungen."

Eigentlich sollte das marode Häuschen längst ausgedient haben. Seit Monaten steht die etwa 195 000 Euro teure Anlage auf dem Schulhof. Doch die bereits fertig gefliesten Container-Klos können nicht genutzt werden. Das Problem: Die Stadt wirft der Herstellerfirma vor, dass sie einen Dachdecker zu spät damit beauftragt habe, die Anlage nach der Lieferung im Juli 2012 provisorisch abzudecken. Das habe Folgen gehabt. Durch einen heftigen Regenschauer seien die Trockenbauteile durchnässt worden.

"Wir haben den Hersteller aufgefordert, den Wasserschaden umgehend zu beheben", erklärt Dezernent Claus Ropertz, der für die städtischen Gebäude zuständig ist. Die Firma habe die Container-Anlagen daraufhin abgeholt, um sie Mitte Oktober wieder zurück nach Kapellen zu bringen.

Mit dem Ergebnis ist die Stadt allerdings nicht zufrieden. Wand- und Bodenabdichtungen seien mangelhaft ausgeführt worden, darüber hinaus hätten Messungen ergeben, dass sich Schimmelpilz-Sporen in der Raumluft befinden. Die Stadt fordert den Hersteller auf, entweder eine neue Toilettenanlage zu liefern oder die bestehende gründlich zu sanieren. "Wir sind um eine gütliche Einigung bemüht, das wollen wir in Kürze bei einem Gespräch noch einmal deutlich machen", sagt Dezernent Claus Ropertz.

"Die Lösung muss auch im Interesse der Stadt ausfallen", meint Ratsherr Ralf Cremers: "Es darf nicht sein, dass daraus Kosten entstehen. Die Firma hat anscheinend keine mangelfreie Leistung geliefert." Er würde eine gütliche Einigung bevorzugen. Denn ein Rechtsstreit würde die Eröffnung der Toilettenanlagen weiter verzögern.

(cso-/wilp)