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Grevenbroich: Schulen ohne Rauchmelder

Grevenbroich : Schulen ohne Rauchmelder

Ein Brand in der Gesamtschule offenbart: Rauchmelder gibt's in vielen Schulen nicht – und die Melder sind auch nicht vorgeschrieben. Experte Peter Hilgers betont aber: Der Brandschutz in Schulen sei auf hohem Niveau.

Ein Brand in der Gesamtschule offenbart: Rauchmelder gibt's in vielen Schulen nicht — und die Melder sind auch nicht vorgeschrieben. Experte Peter Hilgers betont aber: Der Brandschutz in Schulen sei auf hohem Niveau.

Der Rauch drang bereits ins Treppenhaus, als Schüler auf den Brand aufmerksam wurden. In einem Unterrichtsraum im Kellergeschoss der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule war nach NGZ-Informationen vor kurzem ein Mülleimer in einem Regal in Brand geraten. Schüler informierten einen Lehrer, der soll den qualmenden Eimer ins Freie getragen haben, dort wurde das Feuer gelöscht.

Der Brand verlief glimpflich, wirft aber Fragen auf. Warum hat kein Rauchwarnmelder ausgelöst? Die Antwort ist verblüffend: Solche Melder gibt es in den meisten Schulgebäuden der Stadt nicht oder — wie in der Gesamtschule — nicht flächendeckend. "In den Schulen sind lediglich in einzelnen Fällen Melder installiert, etwa bei offenen Ganztagsgrundschulen in Kellerräumen oder manchmal bei Kopierern", erklärt Peter Hilgers, der 59-Jährige leitet die Brandschutzdienststelle im Rathaus.

"Grundsätzlich sind nach gesetzlichen Bestimmungen in Schulen keine Rauchwarnmelder erforderlich — im Gegensatz etwa zu Krankenhäusern oder Altenheimen", so Hilgers. "In Schulen, in denen tagsüber ja viel Betrieb ist, geht der Gesetzgeber davon aus, dass Brände schnell entdeckt werden." Die Melde seien dort nicht erforderlich.

Vorschriften für den Brandschutz in Schulen gibt's dafür andere: "Die Schulbaurichtlinien schreiben eine Armierungseinrichtung, das kann etwa ein Alarm-Gong sein, sowie Schulungen vor", sagt Hilgers und betont: "Die Schulen der Stadt, sind, was den Brandschutz angeht, auf einem sehr guten Stand." Vier Monate vor seinem Ruhestand ist Hilgers dabei, alle Schulen nochmals zu prüfen. "Wo ich vor Jahren einen fünf Seiten langen Brandschaubericht verfasst habe, komme ich heute mit einer Seite aus. Die Mängel, die ich feststelle, sind eher geringfügig, etwa wenn Tische und Stühle auf einem Flur stehen."

Die Verbesserungen führt er auf die Anstrengungen der Stadt zurück. "Vor etwa zwölf Jahren hat sie begonnen, für 6,5 Millionen Euro in vielen Schulgebäuden Außentreppen als zweite Rettungswege, Brandschutztüren und anderes zu schaffen", erklärt Hilgers. "In der Gesamtschule haben wir vor einigen Jahren Rauchschutztüren zur Trennung von Treppenhäusern und Fluren eingebaut. Auch heute gibt's noch manches zu tun: In der Grundschule Neukirchen entsteht zurzeit im ersten Obergeschoss ein Laufsteg als Fluchtweg zwischen zwei Gebäudeteilen. "Das Gebäudemanagement leistet mit wenig Geld Enormes", so Hilgers.

Wichtig sind laut dem Brandschutzexperten Schulungen von Schülern und Mitarbeitern für das Verhalten im Brandfall. "Das wird beim Probealarm zwei Mal im Jahr trainiert. Vor kurzem haben wir außerdem alle städtischen Mitarbeiter geschult — auch Schulhausmeister und Sekretariatsmitarbeiter."

(NGZ/rl)