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Grevenbroich: Schulen: CDU beantragt Elternbefragung

Grevenbroich : Schulen: CDU beantragt Elternbefragung

Die Eltern sollen mitbestimmen, welche neue weiterführende Schule in Grevenbroich geschaffen wird. Die CDU-Fraktion formuliert zurzeit einen Antrag für eine Elternbefragung, der zunächst im Finanzausschuss am 9. Februar auf dem Tisch liegen soll. "Wir wolen die Verwaltung beauftragen, zusammen mit der Bezirksregierung die Eltern der Dritt- und Viertklässler zu befragen, ob sie eine neue Sekundarschule oder eine zweite Gesamtschule wünschen", so Schulausschussvorsitzende Irmintrud Berger (CDU).

Die CDU drückt dabei aufs Tempo: Nach einer Entscheidung am 1. März im Stadtrat solle die Befragung "zeitnah" erfolgen, damit die neue Schule möglichst bereits Mitte 2013 starten könne. Die CDU tendiert zur Sekundarschule, doch Berger stellt auch klar, dass das Elternvotum Vorrang hat. "Wenn die Eltern sich mehrheitlich für eine Gesamtschule entscheiden, werden wir uns danach richten."

Zunächst kommt es aber auf die anderen Fraktionen an. Die zweitgrößte Fraktion, die SPD, wird sie nicht verhindern, obwohl Fraktionschef Horst Gerbrand erklärt: Wir brauchen keine Elternbefragung. Jahr für Jahr müssen über 100 Anmeldungen an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule abgewiesen werden. Das macht den Elternwillen deutlich", so Gerbrand. "Aber wenn andere Fraktionen es wünschen, werden wir eine Befragung mittragen – aber nur unter der Prämisse, dass dadurch keine Zeit verloren geht." Vize-Fraktionschef Klaus Krützen weist auf Fristen hin. "Für eine neue Schule muss der Antrag bis zu den Herbstferien gestellt werden." Die SPD hat sich in der Etatberatung einstimmig für eine zweite Gesamtschule ausgesprochen. "Die Schulform ist in Grevenbroich anerkannt und bekannt, die Sekundarschule kennen die Eltern dagegen nicht", so Krützen.

Die CDU bevorzugt die bis zur Stufe zehn führende Sekundarschule. "Um so mehr Oberstufen es in der Stadt gibt, um so größer ist die Gefahr, dass durch die geringere Schülerzahl je Oberstufe das angebot an Leistungskursen geringer ausfällt" so Berger. Das SPD-Argument, die hohe Zahl an Gesamtschulanmeldungen dokumentiere den Elternwillen, lässt sie nicht gelten: "Das ist kein ausreichender Beleg dafür, ob Eltern die Gesamt- oder Sekundarschule wünschen."

(NGZ)