Schulbusse in Grevenbroich sorgen für Ärger: Schüler schalten Politik ein

Schulbusverkehr in Grevenbroich : Schüler schalten Politik in „Busfrage“ ein

Vertreter von vier Schulen haben sich an die Politik gewandt: Sie fordern Verbesserungen im Busverkehr – Fahrzeuge seien zu voll oder unpünktlich.

Die Schülerbeförderung mit Bussen sorgt für Ärger – nun melden sich Vertreter von vier weiterführenden Schulen zu Wort: In einem Brief an Ratsfraktionen spricht das „Netzwerk Schülervertretungen Grevenbroich“ von „vielfältigen Problemen“ beim Schul- und Linienbusverkehr. Unterschrieben haben Vertreter des Pascal- und Erasmus-Gymnasiums, der Diedrich-Uhlhorn-Gesamtschule und Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule einschließlich der Schulleiter Michael Collel (Erasmus) und Anita Piel (Realschule).

Die Mängelliste ist lang: Es komme zu massiven Verspätungen, das Platzangebot sei teilweise zu gering. Bei Ausfall eines Fahrzeuges gebe es keine Infos. Zudem würden Busse an Haltestellen vorbeifahren, obwohl dort Fahrgäste warten. „Ein grundsätzliches Problem ist, dass Busse überfüllt sind, dass Schüler dann auf den nächsten Bus warten oder eine private Fahrtgelegenheit organisieren müssen“, erklärt Manfred Rost, zweiter Konrektor der Realschule.

Das Netzwerk Schülervertretungen betont, dass die Stadt jährlich 1,255 Millionen Euro für Schülerbeförderung ausgebe. Beschwerden würden gesammelt und an die Stadt als Schulträger und den Busverkehr Rheinland (BVR) weitergeleitet. Ein Treffen mit dem BVR sei „ohne Auswirkungen“ geblieben. Allein an der Realschule kamen seit September 112 Einzelbeschwerden zusammen.

Im Januar hatte es einen Vorfall in Frimmersdorf gegeben. Die Mutter einer Schülerin schilderte, dass an der Haltestelle „Am Leuchtenberg“ ein Bus so voll gewesen sie, dass der Fahrer ausgestiegen sei, um eine Tür zuzudrücken. „Wir haben Beschwerden über zu volle Busse auf den Linien 891 und 865 von Neurath/Frimmersdorf in Richtung Innenstadt“, bestätigt Stadtsprecher Stephan Renner. Auf Anfrage der Stadt habe der BVR erklärt, dass fünf Busse eingesetzt würden. Das sei ausreichend, wenn sich die Schüler auf die Fahrten verteilten. In einem Fall warte die Stadt noch auf Antwort. „Wir haben grundsätzliches Interesse, dass Schüler pünktlich und ohne Gefahr zur Schule kommen“, betont Renner.

Für die Schülerbeförderung stehen zum einen die – allen Fahrgästen zugänglichen – Stadtbuslinien und Verstärkerlinien in Hauptverkehrszeiten zur Verfügung. Darüber hinaus vergibt die Stadt Aufträge für einen Schülerspezialverkehr, etwa für Schulen, die nicht ans Liniennetz angebunden sind.

Das Netzwerk hat einen Forderungskatalog aufgestellt: So müsse es aktuelle Infos über Ausfälle geben, zudem solle ein Ansprechpartner für Beschwerden benannt werden. Zudem werden „regelmäßige Qualitätskontrollen“ gefordert, gegebenenfalls auch durch Schüler als „Fahrgastexperten“.

Auch die Politik wird aktiv. Die UWG hatte im Januar eine Beseitigung der Probleme gefordert. Die SPD erkundigt sich jetzt in einer Anfrage nach Details: Welche Beschwerden gebe es, welche Einflussmöglichkeiten habe die Stadt, und wie werde die Einhaltung von vereinbarten Anforderungen kontrolliert, will sie wissen.

Im Grevenbroicher Rathaus gab es am Donnerstag einen Termin zu dem Thema. „Wir werden den Busverkehr Rheinland zeitnah zu einem Gespräch bitten, um die von den Schulen genannten Probleme zu erörtern“, erklärt Sprecher Stephan Renner.

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