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Grevenbroich: Schulbusse: Eltern sind wütend

Grevenbroich : Schulbusse: Eltern sind wütend

Zwei Wochen nach Schuljahresbeginn mehren sich Beschwerden über Schulbusse. Eltern berichten, dass Kinder an der Gesamtschule vom Fahrer einfach stehen gelassen wurden. Andere beschweren sich über zu volle Linienbusse.

Knud Hansen ist empört: "Meine Tochter rief nach Unterrichtsende an und erklärte, der Schulbus sei ohne sie abgefahren. Das geht so nicht", erklärt der Wevelinghovener. Und er steht mit dieser Erfahrung nicht allein: An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in der Südstadt traf es jetzt gleich vier Achtklässler, die Richtung Wevelinghoven wollten.

"Als wir an der Haltestelle ankamen, war die Einstiegstür bereits geschlossen. Der Fahrer öffnete wieder und sagte sinngemäß, dass wir nicht mehr rein könnten, der Bus sei voll. Wir sollten sehen, wie wir nach Hause kommen", schildert Patricia Hansen (13).

"Dabei waren hinten im Bus noch einige Stehplätze frei", so die Schülerin. "Ich habe die Kinder dann mit dem Auto abgeholt — wieder einmal", erzählt Nicole Kol-schefsky, Mutter der ebenfalls stehen gelassenen Carina. Und Dunja Vrijaldenhoven — auch ihr Sohn Maurice war betroffen — meint: "Es geht nicht, dass die Kinder einfach stehengelassen werden."

Die Eltern berichten, dass es schon früher häufiger Probleme mit Schulbussen gegeben habe, die morgens zu spät gekommen oder zu voll seien. "Als Eltern müssen wir Sicherheit haben, dass unser Kind zur erwarteten Zeit zu Hause ist." Bei der Linie handelt es sich um einen Schülerspezialverkehr, den die Stadt in Auftrag gibt.

Von Problemen berichten Eltern aber auch bei anderen Buslinien, etwa am Erasmus-Gymnasium. Dort fuhr im vergangenen Schuljahr ein Bus Richtung Rommerskirchen bereits eine Minute vor Unterrichtsschluss ab. "Wir haben die betroffenen Kinder zunächst einige Minuten früher nach Hause geschickt", berichtet Schulleiter Michael Jung. "Im neuen Schuljahr haben wir das Unterrichtsende um zehn Minuten nach vorn gelegt."

Nun können die Kinder zwar den Bus an der Schule erreichen, der aber ist nach Auskunft von Eltern und Schülern nicht selten so voll, dass einige Kinder nicht mitgenommen würden.

"Besonders ärgerlich ist auch, wenn der Bus morgens in Allrath vollbesetzt ist, Kinder auf den nächsten warten müssen und dadurch zu spät in die Schule kommen", erklärt Michaela Richter aus Allrath. Schulleiter Jung hatte in diesem Schuljahr noch keine Klagen von Eltern gehört, allerdings stünden die Pflegschaftssitzungen noch an.

Volle Busse sind auch andernorts ein Thema. "Der 15-Uhr-Bus vom Pascal-Gymnasium Richtung Frimmersdorf ist derart voll, dass einige Eltern ihre Kinder lieber abholen", erklärt Claus Hammelstein, ein Vater.

Die Stadtverwaltung nahm am Dienstag zu den einzelnen Vorfällen noch keine Stellung: "Wir werden den Beschwerden nachgehen", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken. "Am Anfang eines Schuljahres könne es noch einige Probleme geben, die dann schnell behoben werden."

(NGZ)