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Grevenbroich: Schul-Zukunft ungewiss

Grevenbroich : Schul-Zukunft ungewiss

Wie wird sich die Schullandschaft in Grevenbroich entwickeln? Diese Frage bleibt nach dem "Schulfrieden" vorerst offen. Fest steht: Die Steuerungsgruppe für die Gemeinschaftsschule hat vier Monate umsonst gearbeitet.

Wie soll die Grevenbroicher Schullandschaft in Zukunft aussehen? Bei dieser Frage stehen Politik und Verwaltung seit dem "Schulfrieden" zwischen Rot-Grün und CDU im Land vor einem Neubeginn.

Die Gemeinschaftsschule ist passé, die Parteien haben sich für die Einführung der sechsjährigen Sekundarschule verständigt. "Wir fangen nun von vorn an. Vier Monate lang wurde intensiv an einem Modell für eine Gemeinschaftsschule an drei Standorten gearbeitet — das ist jetzt gegenstandslos", erklärt Schuldezernent Michael Heesch verärgert.

Bislang war geplant, in den beiden Hauptschulen und der Realschule an der Bergheimer Straße eine Gemeinschaftsschule einzurichten. "Mit unserem Modell hätten wir wohl unsere Schulprobleme lösen können. Zum einen muss die Gesamtschule jedes Jahr viele Kinder abweisen, zum anderen wollen nur wenige zur Hans-Sachs-Hauptschule", so Heesch.

Nun muss neu gerechnet werden, da die Sekundar-, im Gegensatz zur Gemeinschaftssschule, keine Oberstufe beinhalten soll, stattdessen ist eine Kooperation mit einer anderen Schule vorgesehen. "Wir müssen überlegen, wie wir unsere Schullandschaft unter den neuen Gegebenheiten gestalten", meint Heesch. Wenig Sinn sieht der Dezernent darin, einfach einzelne Schulen in Sekundarschulen umzuwandeln.

"Das würde das Restschulproblem in unserer Stadt nicht lösen." Zudem kann die Hans-Sachs-Schule allein keine Sekundarschule werden — sie ist dafür zu klein. Wie geht's weiter?

"Zunächst müssen wir mit der Schulaufsicht Details klären, das vorgelegte Eckpunktepapier lässt viele Fragen offen", so Heesch: "Der Lehrplan für die Sekundarschule soll sich an denen für Real- und Gesamtschule orientieren. Was aber ist mit dem der Hauptschule?", fragt er. Außerdem sollen Sekundarschüler in der Regel nach 13 Schuljahren ihr Abi machen können. Die Grevenbroicher Gymnasien haben aber das Turbo-Abi nach zwölf Jahren eingeführt, nur die Gesamtschule ist beim Abi in Stufe 13 geblieben. "Zudem muss die Politik klären, ob die eingesetzte Steuerungsgruppe nun ein neues Konzept erarbeiten soll."

Die Schulausschussvorsitzende Irmintrud Berger (CDU) ist hier am Ball: "Gleich nach den Sommerferien wird der Arbeitskreis Schulen zu einer Sitzung zusammenkommen", kündigt sie an. Sie will vorher Kontakt mit der Bezirksregierung aufnehmen, sie soll einen Experten nach Grevenbroich entsenden. "Er soll uns informieren und Möglichkeiten aufzeichnen", so Berger. Was für die Politikerin feststeht: "Wir werden uns ausschließlich mit der neuen Schulform beschäftigen. Eine Diskussion über den Bau einer zweiten Gesamtschule wird es mit der CDU nicht geben."

(NGZ/rl)