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Grevenbroich: Schützen sehen keinen Beweis für sedierte Pferde

Grevenbroich : Schützen sehen keinen Beweis für sedierte Pferde

Kreis ermittelt wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. BSV-Präsident diskutiert mit dem Landrat.

Bei zwei Pferden, die während des Schützenfestes in Grevenbroich im Einsatz waren, sind Rückstände von Beruhigungsmitteln (Sedativa) festgestellt worden. Der Rhein-Kreis ermittelt wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Ein Ergebnis liegt allerdings noch nicht vor.

"Das Anhörungsverfahren läuft zurzeit", erklärte gestern Kreissprecher Harald Vieten auf Anfrage unserer Zeitung. Der Pferdehalter sei um eine Stellungnahme gebeten worden, er könne sich nun zu den Vorwürfen äußern. "Danach wird es zu einer Entscheidung kommen", sagt Vieten. Wann das sein wird, steht noch nicht fest.

In einem Gespräch mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat BSV-Präsident Dr. Peter Cremerius jetzt die Pferde-Problematik erörtert. Der Schützen-Chef stellt im Anschluss fest: "Wir stehen in keiner Weise im Visier der Behörden des Rhein-Kreises. Die Verantwortung zur Einhaltung der Tierschutz-Vorschriften obliegt ausschließlich dem Pferdehalter." Die Tatsache, dass in zwei Blutproben Rückstände von Beruhigungsmitteln festgestellt wurden, sei kein Beweis dafür, dass beim Schützenumzug unzulässige Medikamente eingesetzt worden seien. "So wird das auch vom Veterinäramt gesehen", sagt Cremerius nach dem Gespräch mit dem Landrat. Kreissprecher Harald Vieten bestätigt diese Auffassung.

Wie Cremerius gestern erklärte, sei der Bürgerschützenverein darauf bedacht, dass beim Festumzug die gesetzlichen Vorgaben für den verbotenen Einsatz von Beruhigungsmitteln bei Pferden eingehalten werden. "Das wurde in der Vergangenheit auch stets mit den Haltern besprochen. Hier besteht ein vertrauensvolles Einvernehmen", betont der Präsident.

Schon vor zwei Jahren hat der BSV ein eigenes "Pferdesicherungs-Konzept" erstellt, das auch eine freiwillige Kontrolle durch einen Veterinär des Rhein-Kreises kurz vor dem Umzug vorsieht. "Danach sollten auffällige Tiere gegebenenfalls aussortiert werden", so Cremerius.

Der BSV-Präsident zweifelt daran, dass beim Festumzug 2013 Beruhigungsmittel gespritzt worden sind. Nach Auskunft des Halters seien die betroffenen Pferde neu beschlagen worden und hätten vor dem Einsatz des Hufschmiedes das legale Granulat "Vetranquil" verabreicht bekommen. "Diese Substanz ist noch längere Zeit im Blut nachweisbar", so der Mediziner.

(NGZ)