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Grevenbroich: Schützen-Chefs: Mehr Belastung geht nicht

Grevenbroich : Schützen-Chefs: Mehr Belastung geht nicht

Weitere Sparmaßnahmen könnten das große Engagement der Schützen bremsen, warnt die Präsidentenrunde. Nächste Woche hat der Vorstand der Vereinschefs ein Gespräch mit der Bürgermeisterin. Darin geht es auch um die Finanzen.

Die Chefs der 21 heimischen Bruderschaften, Kirmes- und Schützenvereine sorgen sich um weitere Sparmaßnahmen der Stadt, die ihre Gemeinschaften treffen könnten. Am 9. Oktober hat der Vorstand der Präsidentenrunde einen Termin mit Bürgermeisterin Ursula Kwasny. "Dabei wird es auch um die Finanzen gehen", sagt Theo Lys, der Präsident der Präsidenten. Aktuelle Überlegungen aus dem Rathaus machen den Schützen derzeit nur wenig Freude.

Etwa diese: Die Stadt will künftig Standgebühren von den Zeltwirten kassieren, sie verspricht sich davon 39 000 Euro mehr im Haushalt. "Das wird die Vereine treffen", erklärt Ferdi Korte, Geschäftsführer der Präsidentenrunde. Denn die Zeltwirte zahlen seit Jahren an die Schützen eine Art Pacht, die wegzufallen droht, falls Standgebühren erhoben werden sollten. "Das werden uns die Wirte eins zu eins abziehen", befürchtet Korte: "Die meisten Vereine beenden heute ihr Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null. Sollte die Gebühr kommen, rutschen sie ins Minus ab."

Schon vor Jahren hat die Stadt ihre Zuschüsse für die Vereine gestrichen. Dennoch unterstützt sie das Brauchtum: Die Wirtschaftsbetriebe bauen etwa die Bühnen für die Paraden auf, liefern Fahnenmasten und Absperrbaken. "Wir hoffen, dass das auch weiter so bleibt", meint Theo Lys mit Blick auf den Termin am kommenden Dienstag: "Denn weitere Belastungen können wir nicht verkraften."

Die Grevenbroicher Präsidenten sehen ihre Vereine als eine große bürgerschaftliche Bewegung mit mehr als 20 000 Mitgliedern. "Wir sind nicht nur Stützpfeiler des gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens in den Dörfern, sondern übernehmen auch viele Aufgaben, die früher in den Händen der Stadt lagen", betont Theo Lys.

Beispielhaft nennt er die Pflege von Grünanlagen, Blumenkästen und Kriegsgräbern, den jährlichen Frühjahrsputz sowie die Sanierung von Skulpturen und historischen Kunstwerken. "Die Schützen- und Heimatvereine organisieren außerdem karitative Projekte, unterstützen Kliniken und hilfsbedürftige Menschen und betreuen Senioren", zählt Lys auf. Nicht zuletzt werde ein besonderes Augenmerk auf die Arbeit für und mit jungen Leuten gelegt: "Wir setzen uns etwa für Jugendveranstaltungen und Ferienaktionen ein — das hilft der Stadt und entlastet ihren Haushalt", betont Ferdi Korte. Das alles würden die Vereine mit Elan stemmen. "Weitere finanzielle Belastungen könnten aber dazu führen, dass unsere Gemeinschaften ihre Motivation verlieren", warnt Korte.

Bereits im Sommer — als die Standgebühr für Zeltwirte schon einmal in den Gremien beraten wurde — hat sich der Vorstand der Präsidentenrunde mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke getroffen. Der Chef der kommunalen Finanzaufsicht hat den Schützen empfohlen, nicht unvorbereitet in das Gespräch mit der Bürgermeisterin zu gehen. "Wir haben eigene Sparvorschläge entwickelt, die wir am 9. Oktober vorstellen werden", sagt Theo Lys. Ziel sei es, noch vor den Haushaltsberatungen der Ratsfraktionen einen Konsens zu erzielen.

(NGZ)