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Grevenbroich: Schützen bauen Denkmal zum Jubiläum

Grevenbroich : Schützen bauen Denkmal zum Jubiläum

Vier Meter hoch und rund 1,5 Tonnen schwer ist das Kunstwerk, das der Neuenhausener Jägerzug "Vollrath" plant.

Da liegt schon eine ganze Menge Arbeit hinter den 17 Mitgliedern des Jägerzuges "Vollrath" - und in den nächsten Wochen werden sie noch allerhand zu tun haben. Denn die Männer unter der Leitung von Zugführer Peter Esser haben Großes vor. Zum 350-jährigen Bestehen werden sie der St.-Sebastianus-Bruderschaft Neuenhausen eine Jubiläums-Skulptur übergeben. Und die ist alles andere als eine Kleinigkeit: Vier Meter hoch und mehr als 1,5 Tonnen schwer. Mit den Ausschachtungsarbeiten für das Fundament wurde gestern am Kirmesplatz begonnen.

Was bleibt, wenn nach dem Bruderschaftsjubiläum die letzte Rede geschwungen und das finale Bier getrunken wurde? Diese Frage stellten sich die "Vollrather" in geselliger Runde - und so wurde bereits im vergangenen Jahr die Idee geboren, dem Traditionsverein vom Welchenberg etwas zu schenken, das dauerhaft an das 350-Jährige erinnern soll. "Wir haben uns für eine Skulptur entschieden", sagt Gerd Panjunk, einer der Ideengeber.

Als Motiv für ihr in Eigenarbeit gebautes Kunstwerk wählten die Jäger das Logo der Bruderschaft, das auf einem Wappenstein des ehemaligen Klosters Welchenberg basiert. "Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, haben wir uns dazu entschlossen, dieses Logo in 3D-Optik zu präsentieren", sagt Pajunk. Das Kunstwerk - innen Edelstahl, außen Kortenstahl - wird zurzeit in einer Halle auf dem Bauernhof von Hans-Peter Fink in Laach gefertigt, teilweise in Nachtschichten. Denn schon am 23. Juni soll es feierlich übergeben werden.

Auf rund 30.000 Euro schätzt Gerd Panjunk den Materialwert der Skulptur. Alleine hätten die "Vollrath"-Schützen, die alle Mitte 50 sind, diesen Betrag nicht stemmen können - dafür hätte der Inhalt der Zugkasse nicht ausgereicht. "Daher sind wir froh, dass wir für unser Projekt so viele Sponsoren gewinnen konnten", sagt Gerd Panjunk. Ausnahmslos hätten sich alle der mehr als 30 Züge des Sebastianer-Regiments finanziell an der Skulptur beteiligt - "eine tolle Sache".

Unter der Leitung der beiden "Zug-Techniker" Theo Schenke und Peter Esser arbeitet der Jägerzug "Vollrath" zurzeit unter Hochdruck an seinem Werk. "Besonders anspruchsvoll ist die Beleuchtung", sagt Gerd Pajunk. Im alltäglichen Betrieb soll die Skulptur - sobald die Straßenbeleuchtung angeht - mit hellem Licht angestrahlt werden. An bestimmten Tagen, etwa zum Schützenfest, soll sie in den Vereinsfarben der Bruderschaft leuchten, nämlich in grün und orange.

Vor dem 23. Juni werden die Jäger ihr Kunstwerk von Laach nach Neuenhausen transportieren lassen. "Möglicherweise muss das schwere Teil mit einem Kran aufgestellt werden", berichtet Gerd Pajunk. Vor Ort wird die Skulptur mit Kortenstahl verkleidet, dafür werden zurzeit mehr als 800 Gewinde für die Schrauben gedreht. Der Stahl soll mit der Zeit verrosten, das 3D-Wappen wird irgendwann in naher Zukunft die gleiche Optik haben wie der Schützenturm in Grevenbroich.

Die Übergabe soll auf dem Kirmesplatz groß gefeiert werden - mit Sponsoren, Ehrengästen, dem Regiment und viel Musik. Die Einweihung der Jubiläums-Skulptur wird Bruderschaftspräses Jos Houben übernehmen.

(wilp)