Grevenbroich: Schülerin übersetzt Asterix-Comic ins Lateinische

Grevenbroich: Schülerin übersetzt Asterix-Comic ins Lateinische

Sophie Cabras vom Erasmus-Gymnasium arbeitete Monate am Heft "Der Seher" im Rahmen des Begabtenförderprogramms "Lupe".

Sophie Cabras mag die lateinische Sprache. Und sie liest seit ihrer Grundschulzeit gern Asterix-Comics. Nun verband sie beides: Die 13-Jährige übersetzte ein Heft ins Lateinische - im Rahmen des Begabtenförderungsprogramms "Lupe" am Erasmus-Gymnasium. Und natürlich weiß die Südstädterin, was der Ausruf von Obelix "Die spinnen die Römer" in deren Sprache lautet: "Delirant isti Romani", erklärt die Südstädterin prompt.

Die Idee, eine Bildergeschichte mit den Abenteuern von Asterix, Obelix, Idefix und Co. auf Latein zu übersetzen, hatte Sophie Cabras, "als ich für eine Lateinarbeit lernte und mein Blick aufs Regal mit den Comics fiel", erzählt sie. Bei der Auswahl entschied sie sich für das 19. Heft "Der Seher" ("Vates"). Nach meiner Kenntnis gab es für dieses Heft noch keine offizielle Latein-Übersetztung", begründet Sophie Cabras. Sie machte sich ans Werk, schrieb die übersetzten Texte zunächst auf und setzte dann die lateinischen Texte in die Sprechblasen und die Kästen am Bildrand.

Ungewohnt war die Arbeit, weil die Schüler im Schulunterricht von Latein ins Deutsche übersetzen, nicht umgekehrt. "Auf der Mitte des Comics, auf Seite 24, war ich gestresst. Ich hätte nicht gedacht, dass das so viel Arbeit ist", erklärt die Gymnasiastin. Doch dann ging es weiter voran. Wenn Majestix "Zum Angriff!" gegen die Römer-Legionen ruft, drückt sich der gallische Dorfchef bei Cabras in der Feindessprache mit "Nunc Petemus" aus, bevor die Römer wieder Prügel beziehen. Der Barde Troubadix mag schreckerregend singen, beweist aber mit "Fortasse is nos servat, si canto? ("Soll ich uns Mut ansingen?") weltmännische Sprachkenntnis. "Manchmal habe ich recht frei übersetzt", erklärt die 13-Jährige. Ein halbes Jahr hatte sie Zeit.

"Eine tolle Idee" würdigt Latein-Lehrer Till Krewer (33). "Wir wollen nun die Lizenzrechte klären. Wenn möglich, werden wir das Heft auszugsweise mit den Schülern übersetzen." Asterix sei den Schülern näher als manche Texte in Latein-Büchern. Sophie Cabras lernt bereits seit der fünften Klasse Latein, insgesamt wählen "etwas mehr als die Hälfte der Schüler diese Fremdsprache", sagt Till Krewer. Stolz ist die Schule darauf, dass in der Oberstufe ein Latein-Leistungskurs zustande gekommen ist.

"Sophia ist ein Multitalent", sagt Michael Grambusch. Der 33-Jährige gehört dem Lehrer-Team für das Begabtenförderungsprogramm "Lupe" (Lern- und Präsentationsentwicklung) an. Für Physik hat die Südstädterin bereits ein praktisches Stirnband entwickelt, das mit Hilfe von Solarzellen wärmt. "Die Idee dazu kam mir, als ich bei kaltem Wetter unterwegs war", schildert die 13-Jährige. Im Jahr beteiligen sich rund 25 Schüler am Gymnasium an dem Programm, bei dem sie ein halbes Jahr lang selbstständig an einem Projekt arbeiten.

Ein neues Übersetzungsprojekt plant Sophie Cabras zunächst nicht. Zu tun hat die gute Schülerin schließlich auch so reichlich: In der Freizeit spielt sie Klavier, betreibt Leichtathletik, schwimmt, macht Ballett und Tanz - und sie liest gern Thriller und Romane.

(NGZ)