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Schüleraustausch in Grevenbroich: Kira van Dinter erobert Brasilien

Schüleraustausch in Grevenbroich : Kira van Dinter erobert Brasilien

Mit Rotary International ging es für die Teenagerin auf Schüleraustausch in die Stadt Cacoal. Dort fand sie mit ihrer offenen Art rasch Anschluss. Und fand Spaß am Unterrichten.

Das Handy in der Hand war ein Heilmittel gegen Heimweh nach Grevenbroich. Die vielen Buttons und Sticker auf dem Jacket beweisen: Kira van Dinter (15) ist weit herumgekommen.

Als 14-Jährige entschied sie sich zu einem Auslandsjahr. Im weltweiten Austauschprogramm von Rotary International landete die Zehntklässlerin aus dem Pascal-Gymnasium im Herzen des brasilianischen Kaffeeanbaus, in der Stadt Cacoal im Bundesstaat Rondônia. „Auf die Idee hat mich meine Englischlehrerin gebracht“, sagt Kira. Die Pädagogin hatte davon gehört, dass Rotary zwar genau aussucht, wer im Namen des Netzwerks andere Länder und Kulturen erkunden darf. Doch ob jemand entsandt wird, hängt allein vom Austauschschüler ab.

Kira lebte sich rasch ein – im Instituto Educational Soma, der Schule in Cacoal, die Kira ein Jahr lang besuchte. „Ganz ehrlich: Am ersten Tag verstand ich nichts und habe meist ‚Si’ geantwortet“, sagt die junge Grevenbroicherin, die die Sprachhürde mit ein wenig Englisch und viel Charme einfach weglächelte. Mittlerweile beherrscht sie die brasilianische Variante des Portugiesischen, bei der vieles völlig anders ausgesprochen wird als in Europa.

„Mein Glück war, dass meine Gasteltern auf Distriktebene des regionalen Rotary Clubs sehr aktiv sind“, blickt Kira zurück. Auf Dienstreisen der Gastmutter fuhr sie einfach und lernte so Land und Leute viel besser kennen, als wenn sie nur an einem Ort geblieben wäre. Und auch die gemeinsame Reise mit Rotary-Austauschschülern aus aller Welt entlang der brasilianischen Atlantikküste hat sie sehr beeindruckt: „Wir haben Rio besucht und Sao Paulo – alles natürlich vor Corona.“ Das Kennenlernen und damit der Respekt vor anderen Kulturen ist für Rotarier ein wesentlicher Aspekt bei diesem Austauschprogramm.

Kira van Dinter aus Grevenbroich nahm für sich mit, dass der Schulunterricht in Brasilien deutlich von dem bisheriger in der Schlossstadt unterscheidet. Nicht nur wegen der obligatorischen Schuluniform: „Es gab dort wesentlich mehr Frontalunterricht und weniger Freiarbeit der Schüler.“ Die Schule ist ihr aber noch aus einem weiteren Grund im Gedächtnis geblieben. Beim Englischunterricht der Jüngeren durfte sie helfen. „Und das hat mir echt Spaß gemacht.“ Jetzt ist die mittlerweile 15-Jährige aber erst einmal damit beschäftigt, sich wieder in Grevenbroich einzuleben. Nicht nur die Pandemie hat vieles verändert. „Auch meine Freunde hier haben sich in dem einen Jahr weiterentwickelt.“