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Grevenbroich: Schüler lernen Maß halten mit Ressourcen

Grevenbroich : Schüler lernen Maß halten mit Ressourcen

An drei Schulen gibt es bis morgen Multimedia-Vorträge zum Thema "ökologischer Fußabdruck". Auftakt war im Erasmus-Gymnasium.

Raphael Tahan holt einmal tief Luft, dann sprudelt es nur so aus ihm heraus. Der 14-Jährige ist einer von rund 500 Schülern des Erasmus-Gymnasiums, die gestern an dem Unesco-Projekt "Fair Future II - der ökologische Fußabdruck" teilgenommen haben - und schwer begeistert. Drei Tage lang macht die Umweltbildungskampagne Halt im Stadtgebiet. Neben dem Erasmus-Gymnasium beteiligen sich die Katholische Hauptschule und die Gesamtschule II. Insgesamt 1250 Schüler nehmen bis morgen in der Schlossstadt teil - und beschäftigen sich mit Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Ressourcenschutz.

Was sie alle rasch lernen: Der Mensch geht zu verschwenderisch mit seiner Umwelt um. Um dies aufzuzeigen, haben Wissenschaftler in den 90er Jahren den Begriff des "ökologischen Fußabdrucks" entwickelt. Denn jeder Mensch benötigt eine bestimmte Menge an Rohstoffen und Energie, die ihm die Erde liefert. Nur verhält sich der Mensch maßlos - und steht ökologisch knietief im Dispo. Laut "Living Planet Report 2014" der Naturschutzorganisation "World Wide Fund For Nature" (WWF) verbraucht der Mensch pro Jahr 50 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde innerhalb dieses Zeitraums regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Der Mensch verhält sich folglich wie "Big Foot" - und walzt seine Zukunft platt.

Das Unesco-Projekt soll die Schüler deshalb für einen maßvollen Umgang mit den Ressourcen des Planeten sensibilisieren. Björn Wiele vom Verein "Die Multivision" hält daher auf 90 Minuten angelegte Multimedia-Vorträge in den Grevenbroicher Schulen, alleine drei Stück waren es gestern beim Auftakt im Erasmus-Gymnasium. Was Wiele den Jugendlichen mit auf den Weg gibt, kommt an. Raphael Tahan jedenfalls hat die anschauliche Darstellung beeindruckt. "Wir verschwenden zu viel und sollten bewusster leben", sagt er im Anschluss. Seine Mitschülerin Ariane Lami (13) nickt. "Es ist wichtig, dass wir uns mit diesen Umweltfragen auseinandersetzen", sagt sie.

Lehrerin Verena Hundertmark war am Erasmus-Gymnasium federführend an den Vorbereitungen und der Durchführung des Aktionstages beteiligt. "Der Multimedia-Vortrag gibt dem Ganzen noch einmal etwas mehr Nachdruck als reine Unterrichtseinheiten zum Thema", sagt sie. Hundertmark spricht aus Erfahrung: Vor zwei Jahren gab es schon einmal einen solchen Aktionstag zum ökologischen Fußabdruck am Erasmus-Gymnasium. Die Schüler zogen Konsequenzen - und setzen seither im Schulalltag verstärkt auf Recycling und Mülltrennung. Lehrer Michael Grambusch lobt diesen Einsatz. "Solche Aktionstage schärfen das Bewusstsein noch einmal zusätzlich."

Bei Raphael Tahan ist das spürbar. "Wir alle sollten uns die Frage stellen, was wir wirklich brauchen", meint er. "Das gilt zum Beispiel mit Blick auf Smartphones. Aber auch, wenn man eine neue Jeans benötigt. Da sollte man darauf achten, dass sie aus Bio-Baumwolle ist."

(NGZ)