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Grevenbroich: Schüler entdecken Energie-Jobs

Grevenbroich : Schüler entdecken Energie-Jobs

Was macht die Ingenieurin mit der Windkraftanlage? Welche Perspektiven Berufe rund um erneuerbare Energien bieten, darüber konnten sich Jugendliche in der Diedrich-Uhlhorn-Realschule informieren – Eignungstest inklusive.

Wer mit dem Energie-Rad den Wasserkocher starten will, muss kräftig strampeln. Das erfuhr gestern Michelle Müller, Zehntklässlerin der Diedrich-Uhlhorn-Realschule, beim Projekttag "Arbeit und Ausbildung erneuerbare Energie". Dabei konnten die Jugendlichen aus vier Realschulen selbst mit Photovoltaikanlagen und Schaltkreisen experimentieren, sich über Berufe zwischen Pelletheizung und Windrad informieren sowie einen Eignungs-Test machen. "Mit den Projekttag erreichen wir zwei Ziele: Zum einen Berufsinformation, zum anderen Vertiefung der Unterrichtsinhalte", sagt Direktorin Gertrud Pelzer (61).

Seit Montag ist das achtköpfige Team vom "Wissenschaftsladen Bonn" in der Aula am Heyerweg zu Gast, hat dort Experimente, das Energie-Rad, welches Lampen, Lautsprecher und Wasserkocher antreibt, Tische für den Berufseignungstest und die Ausstellungstafeln aufgebaut, die über Berufe zwischen Erdwärme und Windenergie informieren. "Mit der Ausstellung wollen wir markante Berufe zeigen, in denen erneuerbare Energie eine Rolle spielen. Die Jugendlichen sind oft erstaunt, dass dies für klassische Handwerksberufe gilt", sagt Theo Bühler (62), Leiter des Projekts.

Überprüfen, ob ein Energie-Job spannend ist: Das hat Julia Linken (15) gerade getan. "Das ist wohl nichts für mich", meint die Uhlhorn-Realschülerin. Ihre Ziele: "Erst Abitur machen, dann einen Beruf finden, bei dem ich viel Kontakt zu Menschen habe." – Auch Julian Vethacke (15) hat gestern nicht seinen Traumjob gefunden, aber: "Auch diese Einschätzung hilft mir bei meiner Berufswahl." Zumal der Realschüler überrascht ist, dass 300 000 Menschen im Sektor "Erneuerbare Energien" arbeiten: "Das weiß man gar nicht."

Der Mix aus Theorie und Praxis, serviert außerhalb des Klassenzimmers – das interessierte die Jugendlichen. Erdkundelehrerin Birgit Momm (43) lobte ihre hohe Motivation. Für die Pädagogin stellte der Projekttag die "ideale Vertiefung zur Unterrichtsreihe über fossile und regenerative Energien" dar.

Dass Frauen in technischen Berufen keine Ausnahme sind, zeigt die Ausstellung. Ein Beispiel: Bauingenieurin Maren Zok, die eine Windenergieanlage auf Husum leitet – vielleicht ein Vorbild für die jungen Grevenbroicherinnen, die im Schatten der Windräder und Kühltürme aufwachsen. "Für unsere Schülerinnen sind Naturwissenschaften nicht Fremdes; sie kennen Experimente aus Biologie- oder Chemieunterricht", so Konrektor Arno Hanneken. Der Berufsweg könne sie ebenso zur Bohrmaschine wie ins Büro führen.

(NGZ)