1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Schüler entdecken die Technik

Grevenbroich : Schüler entdecken die Technik

Die spannende Welt der Naturwissenschaften und Technik lernen Schüler am "Pascal Technikum Grevenbroich" (PasTeG) kennen. Die Vorteile: Sie knüpfen Kontakte, erhalten Einblick in Berufe. Im Januar startet der neue Kursus.

Der Hubschrauberflug im Simulator bleibt für Gymnasiast Jonas Aberle (17) aus Frimmersdorf unvergessen, auch den Fahrversuch mit dem Brennstoffzellen-Modellauto macht nicht jeder. Aberle ist Teilnehmer am Pas- TeG – einem Projekt für Schüler ab der Stufe zehnt. Es läuft sowohl am Pascal-Gymnasium als auch in Forschungseinrichtungen und Betrieben – dort, wo nicht jeder hinkommt. Am 22. Januar beginnt der sechste, über zwei Jahre dauernde Kursus mit 20 Schülern.

Vor vier Jahren war der Trägerverein "Pascal Technikum" gegründet worden. Das Ziel: "Wir wollen Jugendliche für die Welt der Technik und Naturwissenschaften begeistern", sagt Schulleiter Manfred Schauf (55). "Es gibt wohl kaum einen Bereich, in dem künftig so viele Arbeitskräfte gesucht werden. Schon jetzt herrscht dort ein Mangel." Die Dozenten kommen aus Wirtschaft und Wissenschaft. Jedes Jahr starten 20 bis 30 Schüler. "Rund 40 Prozent – bislang etwa 50 Jugendliche – kamen aus Grevenbroich", so Schauf, der diese Quote als hoch bezeichnet. Die anderen wohnen im gesamten Kreis, in Mönchengladbach und Bergheim.

Die Begegnung mit ungewöhnlicher Technik und mit Innovationen hat allerdings ihren Preis: Jeden zweiten Samstag heißt es früh aufstehen, wenn Freunde noch weiterschlafen können. Das fällt nicht immer leicht, aber "das Programm ist sehr interessant", sagt Sophie Diemann (17) aus der zwölften Stufe.

Das Forschungszentrum Jülich und die Technische Hochschule Aachen sind ebenso Ziel der Fahrten wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln, Bayer oder die BoA-Baustelle von RWE-Power. Die Schüler messen selbst, machen Experimente, sprechen mit Experten. "So haben wir erfahren, welche Stöße eine Raumfähre bei einer Landung auf einem Himmelskörper aushalten muss", schildert Jonas Aberle. Die Schüler erstellen zudem eine Projektarbeit und können nach einer Prüfung ein Zertifikat der Industrie- und Handelskammer erlangen.

Ein großer Vorteil: Die Jugendlichen knüpfen erste Kontakte zu Unternehmen und Unis – und werden sich oft über ihre künftige Laufbahn klar. "Ich wollte erfahren, welche beruflichen Möglichkeiten ich habe", erzählt Sophie Diemann aus Barrenstein. Sie will in den Bereich Luft- und Raumfahrttechnik. Michelle Aschendorff (17) aus Grevenbroich möchte Umweltingenieurin werden, Lukas Körfer (17) aus Wevelinghoven Maschinenbau studieren. Leiter des nächsten Kursus wird übrigens ein "Bekannter": Timo Rixen gehört zu den ersten PasTeG-Jahrgängen und studiert in Köln Rettungsingenieurwesen.

(NGZ)