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Grevenbroich: Schon 10 000 Besucher im neuen Museum

Grevenbroich : Schon 10 000 Besucher im neuen Museum

Auch wenn niemand vor der Museumstür drängelt: Die Bilanz fällt nach mehr als acht Monaten positiv aus. Ein Grund sind Kulturtermine.

Mit einer klaren Vorgabe ist das Team des "Museums der Niederrheinischen Seele" angetreten: "Wir wollten zwischen 10 000 und 12 0000 Menschen pro Jahr erreichen", sagen Erster Beigeordneter Michael Heesch und Thomas Wolff. Jetzt, mehr als acht Monate nach der Eröffnung, steht fest: Dieses Ziel wird im ersten Jahr erreicht. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Heesch optimistisch.

Keine Schlangen, die sich vor dem Eingang drängen. Keine Besucherströme, die durch die Räume der früheren Industriellen-Villa rauschen. Wer jetzt denkt, der denkmalgeschützte Hort der niederrheinischen Seele sei ein Flop, ist voreilig. "Wir haben seit der Eröffnung im März allein 80 Gruppenführungen mit mindestens zehn Teilnehmern gemacht; auch die weiteren Termine im November sind bereits ausgebucht", sagt Thomas Wolff vom Museums-Team. "Wir sind nicht das Folkwang-Musuem, das bekannte Kunstwerke in einer Ausstellung zeigt und damit die Massen anzieht", ergänzt Michael Heesch.

Der Ansatz des Museums der Niederrheinischen Seele sei ein anderer und basiert auf zwei Überlegungen: Zum einen das Haus mit seiner Dauerausstellung und wechselnden Präsentationen, zum anderen die gelbe Villa als Veranstaltungsort für Kabarett, Konzerte, kulturpädagogische Angebote oder private Feiern wie Hochzeiten oder Kindergeburtstage. "Dies war von Anfang an unser Ansatz. Und er funktioniert", ist Michael Heesch überzeugt. Bei den zahlreichen Veranstaltungen, die das gesamte Team mit großem Engagement tragen würde, könne er sich sogar eine schwarze Null oder lediglich einen geringen Zuschussbedarf vorstellen.

Ein weiterer Grund, warum das Museumskonzept greift: der Personalpool aus 15 Mitarbeitern, die im gesamten Fachbereich Kultur angesiedelt sind. Neben dem Museum gehören dazu etwa auch das Archiv und die Stadtbücherei. Warum die Mitarbeiter besonders engagiert seien, erklärt Michael Heesch so: "Sie haben am Konzept des Museums mitgewirkt und identifizieren sich im hohen Maß mit dem Haus."

Um auch in Zukunft attraktiv und im Gespräch zu bleiben, ist Marketing unverzichtbar. So können zwei Museumsräume im Erdgeschoss für private Feiern gemietet werden — Führungen auf Wunsch inklusive. Dazu gehören Hinweise in Presse, Radio und Freizeitführern: "Wir wollen noch stärker in der Region präsent sein", sagt Michael Heech.

Ein Highlight für das kommende Jahr: eine Ausstellung rund um das Thema Altbier, das unterschiedliche Museen unter Führung des Neusser Clemens-Sels-Musuem aufgreifen werden.

(NGZ/rl)