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Grevenbroich: Schnelles Internet für ganz Grevenbroich

Grevenbroich : Schnelles Internet für ganz Grevenbroich

Die Stadt Grevenbroich soll offenbar in diesem Jahr noch mit einem flächendeckenden Glasfasernetz ausgestattet werden.

Gute Nachrichten für alle Bürger, die mit lahmen Internetverbindungen zu kämpfen haben: Offenbar soll die Stadt noch in diesem Jahr mit einem flächendeckenden Glasfasernetz ausgestattet werden. Ein Investor stellte sein Vorhaben jetzt im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung vor. Dabei soll es sich nach NGZ-Informationen um die Firma "Deutsche Glasfaser" handeln. Von einem Investitionsvolumen in Höhe von 45 Millionen Euro ist die Rede. Das Unternehmen will das Vorhaben innerhalb von drei bis sechs Monaten umsetzen. Die Flächenabdeckung soll bei 99,7 Prozent liegen.

Das Unternehmen soll voraussichtlich mit dem Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) kooperieren. Der Vorteil: Der Versorger hat in den vergangenen Jahren in vielen Stadtteilen bereits Leerrohre verlegt, die für das Glasfasernetz genutzt werden können. GWG-Geschäftsführer Willi Peitz wollte sich gestern nicht äußern: "Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt Stellung beziehen", sagte er. Ein Sprecher der Firma "Deutsche Glasfaser" konnte nicht erreicht werden.

Ein Beobachter der nichtöffentlichen Ratssitzung erklärte, dass die Vorstellung überwiegend gut angekommen sei. "Allerdings wird es auch danach noch Lücken in Industrie- und Gewerbegebieten geben." Zudem habe die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass bei möglichen Straßenbauarbeiten auf die Schützenfeste in den Stadtteilen geachtet werden solle. Diese sollen bei ihren Paraden nicht durch Baumaßnahmen beeinträchtigt werden.

Die "Deutsche Glasfaser" bietet ein ähnliches Projekt im Kreis Heinsberg an. Dort soll jeder Haushalt die Möglichkeit bekommen, an das Glasfasernetz mit Übertragungsgeschwindigkeiten bis weit in den Gigabit-Bereich angeschlossen zu werden. Die Verlegung der Leitungen und der Anschluss soll für die Kommunen und Bürger kostenfrei sein.

Das Glasfasernetz wird dann von sogenannten Providern (Internetanbietern) für ihre Angebote gemietet. Anbieter wie NetAachen, Flink — der hauseigene Internetanbieter des Unternehmens "Deutsche Glasfaser" — und NEW Energie werden unterschiedliche Tarife und Pakete für Telefon, Internet und HD-Fernsehen anbieten. Zunächst werden jedoch die Bürger befragt: "Wegen der hohen Investitionen in das neue Netz ist Voraussetzung für den Baubeginn, dass genügend Teilnehmer das Netz nutzen werden", teilt die "Deutsche Glasfaser" auf ihrer Internetseite mit.

CDU und SPD hatten die Verwaltung erst vor wenigen Monaten noch einmal mit Nachdruck zum Handeln in Sachen schnelles Internet aufgefordert. Hintergrund war eine Studie der städtischen Wirtschaftsförderung zur Breitbandversorgung, die zu Beginn des vergangenen Jahres vorgelegt wurde. "Wir haben viele unterversorgte Bereiche, zudem verlangen viele Grevenbroicher nach einem Hochgeschwindigkeitsnetz", begründet Horst Gerbrand den Antrag der SPD. Darüber hinaus sei das Internet eine Möglichkeit, die Stadt wirtschaftlich zu entwickeln. Zu den Ergebnissen der Ratssitzung hinter verschlossenen Türen will er sich nicht äußern.

Nach Informationen der NGZ haben die Ratspolitiker die zuständigen Vertreter der Stadtverwaltung dazu aufgefordert, schnellstmöglich in Vertragsverhandlungen mit dem Unternehmen zu treten.

(NGZ/rl)