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Grevenbroich: Schneckenhaus-Waschbären werden bald Düsseldorfer

Grevenbroich : Schneckenhaus-Waschbären werden bald Düsseldorfer

Seit einigen Wochen können Besucher im Umweltzentrum Schneckenhaus auch quirlige Waschbären beobachten. Anfang Juni wurde gleich ein ganzer Wurf von nur zwei bis drei Wochen alten Tieren in einer Nische am Schloss Hülchrath gefunden, nur kurze Zeit später fand man in Hülchrath wieder einen Waschbären. Der musste am Anfang noch mit Milch aus der Flasche groß gezogen werden, inzwischen ist er allerdings schon fast erwachsen.

In etwa vier Wochen zieht er in den Wildparkl Grafenberg in Düsseldorf ein. "Vorher muss er noch kastriert werden", sagt Ralf Dietrich vom Umweltzentrum Schneckenhaus. "Damit er nach diesem Stress nicht direkt noch einen Umzug miterlebt, bleibt er noch etwas länger hier." Der Waschbär verbrachte seine Zeit allerdings nicht alleine im Käfig: "Damit er nicht alleine aufwachsen muss, haben wir uns einen zweiten Waschbären aus einem Wildgehege ,ausgeliehen'", sagt Ralf Dietrich. Wenn die Tiere alleine aufwachsen, können sie sich nicht richtig entwickeln.

Foto: Linda Hammer

Es ist das erste Mal seit langem, dass wilde Waschbären in der Region gesichtet wurden. Vor einigen Jahren war im Schneckenhaus allerdings schon mal ein zahmer Waschbär untergekommen. Er lebt inzwischen in einer Wildtierstation in Kiel. Wilde Waschbären treten in der Region inzwischen aber auch vermehrt auf. Dietrich vermutet, dass diese aus Kassel kommen, wo es schon viele wilde Waschbären gibt.

"Waschbären sind pflegeleichte Tiere und relativ vielseitig, was das Essen angeht", sagt Ralf Dietrich. Sie essen Fleisch, Süß und Obst — all das finden sie in Häusern, weshalb sie dort gerne mal reingehen." Aufpassen sollte man bei Waschbären, die Jungtiere haben. Dann werden sie nämlich bissig, um ihre Jungen zu verteidigen — "Und die haben sehr scharfe Zähne", versichert Dietrich.

Hausbesitzer sollen deshalb darauf achten, dass sie den Waschbären keine Klettermöglichkeiten an der Hauswand bieten — und keine großen Hohlräume unter dem Dach bieten. "Waschbären heben schonmal Ziegel an, um darunter zu kriechen", sagt Dietrich.

(msch-)