1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Schlossbad: Bald Entscheidung

Grevenbroich : Schlossbad: Bald Entscheidung

Mitte September befassen sich die Politiker mit der Frage, wie das neue Schlossbad aussehen soll – dann könnte eine Vorentscheidung fallen. Die FDP aber hat Zweifel, ob die Pläne am Schloss überhaupt genehmigungsfähig sind.

Für den Neubau des Bades könnte zwei Wochen nach der Sommerpause eine wichtige Vorentscheidung fallen: Am 15. September legt das Gas- und Wasserwerk (GWG) als möglicher Investor und Betreiber im Bad-Arbeitskreis Kostenanalysen vor. Vize-Ausschussvorsitzende Rosemarie Cremer (SPD) ist "guter Dinge, dass wir dann zu einer Entscheidung kommen, wie das Bad aussehen soll".

GWG-Geschäftsführer Willi Peitz formuliert vorsichtiger: "Ich gehe davon aus, dass wir ein Konzept präsentieren können, das mit dem Jahres-Zuschuss von rund 1,2 Millionen Euro zu stemmen ist."

Acht Varianten hatte die Bielefelder Gesellschaft Constrata analysiert. Nach NGZ-Information besteht für viele Eckpunkte des Bades zwischen den größten Fraktionen CDU und SPD weitgehend Einigkeit. Danach soll das Hallenbad durch einen niedrigeren Neubau mit 25-Meter-Becken ersetzt werden. Auch an einen kleineren Saunabereich und Schwimmmöglichkeit von der Halle nach draußen ist gedacht. Im Freibad soll das heutige 50-Meter-Becken verkleinert, das Areal mit Ruhe- und Spielzonen gestaltet werden. Statt der Rutschen ist ein "Strömungskanal" geplant.

Gute Aussichten also? Das sehen nicht alle so – die FDP befürchtet, dass das geplante Freibad am Schloss gar nicht machbar ist. "Vor weiteren Planungen muss geklärt werden, ob die Pläne dort überhaupt genehmigungsfähig sind", erklärt Karl-Heinz Wolf, planungspolitischer Sprecher der FDP, die sich fürs Hagelkreuz als Bad-Standort stark macht.

Der NGZ liegt der Passus einer Sitzungs-Niederschrift vor, in dem Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann erklärt, dass die Voraussetzungen fürs Bad mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt seien. Es solle "im Auge behalten werden, dass es sich hier nur um die Überarbeitung oder Teilsanierung, nicht jedoch um die Neuanlage eines Freibades handeln könne". – "Was heißt das für die Planung, die Freibadfläche soll doch verändert werden?", fragt Wolf.

Hoffmann weist zudem darauf hin, dass die Lärmauswirkungen des Bades "gutachterlich untersucht werden müssen". "Die Anforderungen an den Lärmschutz sind gestiegen. Wir hatten bei der Erfthalle doch schon einmal den Fall, dass die Stadt eine Ersatzlösung plant und dann ein Bereich der Verwaltung erklärt, dass das gar nicht genehmigungsfähig sei", so Wolf.

Stadtsprecher Andreas Sterken betont, dass Schall-Untersuchungen bei Neubauten "normal" seien. Rosemarie Cremer ist über den FDP-Vorstoß aufgebracht: "Es gibt einen Beschluss des Sport- und Bäderausschusses für den Standort am Schloss. Das sollte die FDP akzeptieren. Für das Freibad ist eine Sanierung vorgesehen – und die ist dort möglich."

(NGZ/rl)