1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Schlecker-Zentrum schließt

Grevenbroich : Schlecker-Zentrum schließt

Schlechte Nachricht für Grevenbroich: Das Logistikcenter der Drogeriemarktkette Schlecker im Industriegebiet Ost schließt bis spätestens 1. August, 114 Arbeitsplätze sind betroffen. Am Freitag informiert die Agentur für Arbeit vor Ort.

Die Stimmung ist gedrückt im Logistikcenter an der Lise-Meitner-Straße im Industriegebiet Ost: Donnerstag informiert der Drogeriemarkt-Riese Schlecker, der Insolvenz angemeldet hat, dass der Konzern seine Logistik bundesweit auf fünf Standorte konzentriert. Das bedeutet das Aus unter anderem für das Verteillager in Grevenbroich. 114 Mitarbeiter sind betroffen. Im Bundesgebiet stehen acht Distributionszentren mit insgesamt 840 Beschäftigten vor dem Ende. Bereits zum 1. August soll die Umstellung abgeschlossen sein.

Am Mittwoch hatte ein Vertreter der Konzernzentrale in Ehingen die Beschäftigten in Grevenbroich über die Entscheidung informiert. "Die Stimmung ist schlecht. Die Leute haben zwar eine Nacht darüber geschlafen, aber sie müssen die Nachricht erst einmal verarbeiten", sagt ein Mitarbeiter der Belegschaft, der nicht namentlich genannt werden möchte. "Wann das Logistikcenter schließt, wissen wir nicht. Wir befürchten, dass wir wohl alle unseren Arbeitsplatz verlieren werden." Viele seien um die 50 Jahre alt, arbeiteten bereits seit zehn bis 15 Jahren im Center.

Vor 25 Jahren war das Lager eröffnet worden. Täglich beliefern 20 Lastwagen 500 Filialen in Nordrhein-Westfalen. Auch deren Zahl wird drastisch sinken: Anfang der Woche veröffentlichte Schlecker eine Liste mit rund 2000 Geschäften, die geschlossen werden sollen. Das kleinere Filialnetz hat Folgen für die Verteilcenter.

Wie geht's weiter für die 114 Beschäftigten in Grevenbroich? "Die Mitarbeiter werden voraussichtlich die Kündigung erhalten", sagt in Düsseldorf Schlecker-Sprecher Patrick Hacker. Arndt Geiwitz, der vorläufige Insolvenzverwalter, erklärt: "Wir werden für die betroffenen Mitarbeiter einen Vorschlag erarbeiten, der den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich macht."

Bei der Stadt bedauert Wirtschaftsförderer Ulrich Held: "Viele Arbeitsplätze sind betroffen, oft von ungelernten Mitarbeitern, für die es nicht einfach ist, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Als wir von den Schließungsgerüchten hörten, haben wir versucht, Kontakt zur Schlecker-Zentrale und zum Center zu bekommen, aber wir sind am Telefon nur aufs Besetzt-Zeichen gestoßen", sagt Held. "Wir haben uns außerdem bereits im Januar mit der Agentur für Arbeit in Verbindung gesetzt, damit den Menschen geholfen werden kann."

Die Agentur für Arbeit kündigte gestern an, dass am Freitag um 14 Uhr ein Team die Mitarbeiter über Vermittlungsmöglichkeiten und Lohnersatzleistungen informiert. Für Dienstag, 20.30 Uhr, ist eine Informationsveranstaltung in der Neusser Geschäftsstelle für Mitarbeiter der Schlecker-Filialen vorgesehen. Laut Stadt gibt es Interessenten für die Lagerhallen im Industriegebiet.

(NGZ/url/top/jco)