Grevenbroich: Schlaf-Container von Obdachlosen nicht genutzt

Grevenbroich: Schlaf-Container von Obdachlosen nicht genutzt

Die Stadt hat in der vergangenen Woche einen Container bereitgestellt, in der Obdachlose die kalten Nächte verbringen konnten. Genutzt wurde er jedoch nicht, wie Rathaussprecher Robert Jordan gestern auf Anfrage unserer Redaktion berichtete.

Der Container an der Hansendstraße in Frimmersdorf wurde ursprünglich für Flüchtlinge errichtet. Da er zurzeit nicht genutzt wird, hat die Stadt ihn angesichts fallender Temperaturen in der vergangenen Woche als sogenannte Notschlafstelle für Obdachlose zur Verfügung gestellt - damit niemand auf der Straße frieren muss.

"In Anspruch genommen wurde er indes nicht", sagt Robert Jordan. "Vermutlich haben es Obdachlose in den eiskalten Nächten vorgezogen, woanders unterzukommen, zum Beispiel bei Freunden oder Bekannten." Am Aufstellungsort könne es nach Meinung der Stadt nicht gelegen haben, dass niemand in den Wohncontainer einzog. "Sicherlich hätten Obdachlose ein Ticket für den Bus lösen müssen, um nach Frimmersdorf zu gelangen", sagt Robert Jordan. "Aber ich glaube, dass die Betroffenen diese Prozedur auf sich genommen hätten, um die Nächte im Warmen zu verbringen."

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Trotz der mangelnden Resonanz will die Stadt an diesem Angebot festhalten. "Das ist ein sinnvolles Angebot", meint der Rathaussprecher. Sollten die Temperaturen erneut fallen, werde der Container wieder geöffnet.

Die auf 20 Grad beheizte Notschlafstelle bietet Platz für sechs Menschen, sie ist mit Toiletten und Duschen ausgerüstet. Das Angebot richtete sich insbesondere an den Personenkreis, der das Obdach in Noithausen meidet und stattdessen die Nächte im Freien bevorzugt.

(wilp)