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Grevenbroich: Schießstand droht das Aus

Grevenbroich : Schießstand droht das Aus

300 Sportschützen nutzen regelmäßig den Schießstand am Schlossbad – noch. Denn in den Entwürfen für eine neue Schwimmstätte klafft, anstelle der Trainingsanlage, eine Lücke. Die Sportschützen fürchten jetzt um ihre Zukunft.

300 Sportschützen nutzen regelmäßig den Schießstand am Schlossbad — noch. Denn in den Entwürfen für eine neue Schwimmstätte klafft, anstelle der Trainingsanlage, eine Lücke. Die Sportschützen fürchten jetzt um ihre Zukunft.

Helmut Faßbender (77) ist fassungslos: Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (I.G.) der Schießsport-treibenden Vereine in Grevenbroich, fürchtet um die Zukunft seiner Sportart. Denn die Entwürfe für den Bad-Neubau zeigen an der Stelle der heutigen Schießanlage eine Lücke. "Wir haben jetzt auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung erfahren, dass das neue Schlossbad ohne unseren Schießstand geplant wird. Und das, obwohl unser Gestattungsvertrag bis zum Jahr 2014 läuft", sagt Faßbender überrascht. Er sorgt sich auch im Namen der 300 Mitglieder: "Wo sollen wir unseren Sport ausüben? Eine vergleichbare Anlage gibt es im gesamten Rhein-Kreis Neuss nicht." Ärger sei deshalb programmiert: "Hier wird der Teufel los sein."

Helmut Faßbender hat sich stets für einen eigenen Schießstand in Grevenbroich starkgemacht: Bereits in den 1970er Jahren gab es Pläne, ein Übungsort fehlte. Die Folge: Die Sportschützen mussten sich auswärts einmieten — das kostete Zeit und Geld. Bis 1977 wurden diverse Anträge gestellt, um eine eigene Trainingsanlage in Grevenbroich zu errichten. Erst 1979, nach dem Zusammenschluss von sieben Schießsport-Vereinen zu einer Interessengemeinschaft, nickte der Stadtrat diesen Antrag ab.

Sieben Vereine nutzen die Anlage direkt am Schlossbad. Auch Pokal-, Stadt- und Kreismeisterschaften werden hier ausgetragen. "Der Schießstand ist stark frequentiert; hier wird täglich trainiert", sagt Helmut Faßbender. Würde die Anlage geschlossen, müsste Ersatz her. "Wir brauchen eine drei Meter hohe, 20 mal 40 Meter große Halle, die über Schallschutz und Platz für einen Stahlkugelfang verfügt", sagt der Vorsitzende der I.G. Die Vorteile des jetzigen Trainingsortes: zentrale Lage, Parkplätze vor der Tür. "Etwas Ähnliches wird schwer zu finden sein", meint Helmut Faßbender. Zumal nur Teile der Ausrüstung weiter zu verwenden seien.

Ersatz schwer zu finden

Für die Verwaltung erklärte gestern Pressesprecher Andreas Sterken: "In der vorigen Woche wurden erste Gespräche mit den Vereinsvertretern geführt. Nun wird zusammen an einer entsprechenden Lösung gearbeitet."

Helmut Faßbender ist erst mal enttäuscht: "Noch der damalige Bürgermeister Axel Prümm hat uns Bestandschutz versprochen. Bis 2014 ist es uns laut Vertrag gestattet, die Anlage zu nutzen." Zudem sei unklar, wie teuer ein Neubau wäre — und ob die Stadt diesen bezahlt.

(NGZ)