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Grevenbroich: Schiedsrichter vergessen und eingesperrt

Grevenbroich : Schiedsrichter vergessen und eingesperrt

Ob die Elfgener Kicker nach ihrer 4:2-Niederlage gegen den TuS Liedberg sauer auf den Schiedsrichter waren? Man weiß es nicht. Fest steht: Schiri Jürgen Kröber kam nach der Fußball-Begegnung nicht mehr vom Sportplatz.

Der 60 Jahre alte Unparteiische wurde in der Umkleidekabine eingeschlossen. Erst mit Hilfe der Polizei konnte er am späten Abend befreit werden.

Kröber hatte das Testspiel gegen die Liedberger pünktlich um 19.30 Uhr auf dem Kunstrasen am Sodbach angepfiffen. Alles verlief wie gewohnt — auch nach dem Match. Erst verfasste der Schiedsrichter den elektronischen Spielbericht, danach ging er unter die Dusche. Was Kröber nicht wusste: Zu dieser Zeit, gegen 21.15 Uhr, hatten die Mannschaften bereits die Umkleiden verlassen — und der letzte Kicker schloss die Tür ab.

"Man hat mich einfach vergessen", meint der Unparteiische, der regelrecht eingesperrt war und keine Chance hatte, das Gebäude zu verlassen: "Schließlich sind alle Fenster vergittert." Und sein Mobiltelefon hatte der Schiri, der seit 16 Jahren pfeift, auch nicht griffbereit. Denn das lag zu Hause — weil Kröber grundsätzlich keine Wertsachen mit auf Sportplätze nimmt.

Dem Unparteiischen blieb nur eines: Er rief um Hilfe — und hatte Glück. Spaziergänger, die zu später Stunde noch in der Nähe des Sportplatzes unterwegs waren, hörten den Schiedsrichter und verständigten gegen 21.45 Uhr die Polizei. Kurz darauf fuhr die Besatzung eines Streifenwagens vor, die den Vereinsvorstand verständigte.

Theo Langen, Geschäftsführer des Spielvereins Rot-Weiß Elfgen, verständigte sofort einen Vereinskollegen, der in der Nähe des Platzes wohnt und kurz darauf mit dem Schlüssel anrückte. Warum der Schiedsrichter vergessen wurde, kann sich Langen nicht erklären: "Vielleicht hatten es die Spieler eilig, weil Bayern in London spielte und das Match im Fernsehen übertragen wurde", vermutet er.

Jürgen Kröber nimmt die Sache mit Humor: "Mit einer Flasche Bier hätte ich es noch länger ausgehalten", meint er lachend. Eines hat er aus dem Fall gelernt: "In Zukunft werde ich immer mein altes Handy mit auf den Sportplatz nehmen." Sicher ist sicher.

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(ots/url/jco)