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Grevenbroich: Schicksale aus der Backstube

Grevenbroich : Schicksale aus der Backstube

Günter Pesch hat einen Roman geschrieben. Der heißt "Schicksal im Wind" und wird für eine Herzensangelegenheit des Bäckers verkauft. Zum 25-jährigen Bestehen der Friedenskapelle soll deren Glockenspiel erweitert werden.

Brot und Kuchen backen, das kann er. Und reden, das kann er auch. Wenn Günter Pesch ein Mikrofon in der Hand hält, ist er kaum zu bremsen. Dieses Talent hat der 63-Jährige für sein neuestes Hobby genutzt. Bäcker Pesch hat einen Roman geschrieben. Der trägt den Titel "Schicksal im Wind" und wird nun für eine Herzensangelegenheit des umtriebigen Handwerkers verkauft. Der Erlös ist für das Glockenspiel der Gilverather Friedenskapelle bestimmt, das zum 25-jährigen Bestehen des kleinen Gotteshauses ausgebaut werden soll.

Was den Leser erwartet: "Eine Geschichte nach Rosamunde-Pilcher-Art — mit sehr viel Herz", erklärt Pesch. Solche Storys mag er, und der Bäcker glaubt, dass sie auch beim Publikum ankommen werden: "Alle maulen zwar über die Pilcher-Filme, dennoch sitzen Millionen vor dem Fernseher, wenn sie im ZDF laufen", argumentiert er.

Drei Monate hat Pesch für sein Erstlingswerk gebraucht, alle Zeilen wurden mit der Hand geschrieben. Seine Nichte Sabrina Ohligs hat sie anschließend per Computer druckreif gemacht. "Es geht um einen Chirurgen, dessen Frau an Krebs stirbt. Und als hochkarätiger Experte macht er sich bittere Vorwürfe, weil er die Krankheit nicht frühzeitig entdeckt hat", schildert Pesch.

Der Mediziner ist bereits psychisch am Ende, als sich das Rad des Schicksals wieder zu seinen Gunsten dreht. "Auch wenn dir das Wasser bis zum Hals steht — am Ende des Tunnels geht es weiter", ist die Botschaft des Bäckers.

Seine Ideen entnimmt er dem Alltag und verwebt sie zu einer Geschichte. "Das fällt mir gar nicht schwer, es fließt nur so heraus", meint Günter Pesch. Der Nachfolge-Roman ist bereits so gut wie fertig, er soll im Winter erscheinen. Und schon jetzt hat er die Plots für drei weitere Storys im Kopf.

Interessant: Viele Protagonisten seiner Geschichten tragen bekannte Namen. Der Hauptdarsteller von "Schicksal im Wind" heißt etwa Villau, wie das Dorf in Rommerskirchen, in dem Peschs Vater geboren wurde.

Ein weiterer Darsteller wird Pohlig genannt, wie der ehemalige Kapellener Pastor. Und die an Krebs gestorbene Chirurgen-Gattin heißt mit Vornamen Kyra-Sophie, wie das Segelschiff, das Günter Pesch bei seinen Urlauben auf Fuerteventura so oft beobachtet hat — und das in seinem Roman eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Wenn er weder backt noch schreibt, beschäftigt sich Günter Pesch am liebsten mit dem Krippenbau, in den er auch den Schützennachwuchs vom Jägerzug "St. Johannes" einbezieht.

"Die 18 Jungs im Alter von sieben bis 14 Jahren sind ganz begeistert, wenn sie mir helfen können", sagt er. Und wer weiß, vielleicht spielen sie ja auch einmal eine Rolle in einem seiner nächsten Romane.

(NGZ)