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Grevenbroich: Sattelschlepper rollen über Evita-Beach

Grevenbroich : Sattelschlepper rollen über Evita-Beach

Baufahrzeuge statt Cocktails: Mit dem Tanz in den Mai öffnet der Evita-Beach, doch kurz vor dem Start musste Norbert Lupp seine Zelte auf die Seite rücken. Lastwagen rollen über den Strand, bringen 170 Tonnen Erde für die BMX-Bahn.

Am Dienstag können die Grevenbroicher den ersten Cocktail auf dem Evita-Beach schlürfen und in Liegestühlen entspannen. Norbert Lupp und sein Team legen bei den Vorbereitungen letzte Hand an. Doch wenige Tage vor dem Start kommen ganz andere Besucher: 40-Tonner brummen übers Gelände an Liegestühlen, Palmen und Pagodenzelten vorbei, um nebenan 170 Tonnen Lehmboden für die neue Bahn für Gelände-Fahrräder abzuladen — in allerletzter Minute.

"Wenn der Boden nicht bis heute angeliefert würde, hätten die Lkw nicht mehr über den Stadtstrand das Gelände für die BMX-Bahn erreichen können. Dann hätten wir deren Bau in den Herbst verschieben müssen", so Wolfgang Hufendiek vom Jugendamt.

Organisations-Profi Lupp nahm die ungewöhnlichen Transporte so kurz vor Eröffnung mit Ruhe hin, "Wir mussten zwei Zelte versetzen und Bänke abbauen, damit die Fahrzeuge durchkommen. Doch was sein muss, muss sein — es ist ja für eine gute Sache", meint er. "Aber am Freitag müssen die Fahrten beendet sein, wir brauchen die Zeit, damit bis Dienstag alles fertig ist."

Doch alles wird gut, gestern Nachmittag rollte der erste, sehnlichst erwartete Sattelschlepper der Dormagener Firma Spickenagel mit 28 Tonnen Lehmboden an. Seit langem plant die Stadt die Anlage der BMX-Bahn neben dem Stadtstrand — ein Wunsch vieler Jugendlicher. Geld hat die Kommune nicht, Sponsoren sprangen ein, 20 Jugendliche wollen beim Bau helfen. Der vorgesehene Termin in den Osterferien musste aber verschoben werden: RWE Power konnte zu diesem Zeitpunkt nicht Gerät und Personal bereitstellen.

Andere Firmen sprangen ein. Doch dann stellte sich heraus, dass "in einem Unternehmen jetzt kein ausreichend großer Lastwagen für den Erdtransport zur Verfügung stand", so Hufendiek. Mit kleineren Lkw hätte der Transport zu lange gedauert, erklärt der Stadtbedienstete.

Ersatz für den Ersatz musste also her, guter Rat war teuer. Die Zeit drängte. Sollte das Projekt so kurz vor dem Ziel ein halbes Jahr auf Eis liegen? Im Rathaus liefen Telefone heiß — Wolfgang Hufendiek, Thomas Obermann vom Gartenamt und andere suchten eine Lösung. Die fand Christof Lange. Der Garten- und Landschaftsbauer aus dem Industriegebiet Ost hatte sich zuvor schon bereit erklärt, mit Bagger und Radlader das Areal für die Dirtbahnen und die Rundstrecke zu modellieren. "Als wir nun von dem Problem hörten, haben wir sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt.

Schließlich wird hier etwas für die Jugend getan", sagt der 48-Jährige. Lange fand das Erdbauunternehmen in Dormagen, das seit gestern sieben Sattelschlepper-Ladungen Erdreich aus Düsseldorf heranbringt. Tino Lange setzte sich gleich auf den Radlader, um das Material zu verteilen. Am Wochenende soll ein Vertreter der Firma Turbomatik aus Warstein kommen, um die Strecken anzulegen, auch die Jugendlichen können in den nächsten Wochen anpacken. "In etwa 14 Tagen soll die BMX-Bahn fertig sein — wenn das Wetter mitspielt", sagt Hufendiek.

Doch erst einmal wird entspannt: Der Evita-Beach soll wie geplant am Dienstag, 17 Uhr, offiziell öffnen.

(NGZ/rl)