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Sara Baum, Grevenbroicher Querflötistin, entscheidet Wettbewerb für sich

Preisträgerin Jugend musiziert : Kapellenerin räumt bei Jugend musiziert ab

Sara Baum belegte Platz eins bei „Jugend musiziert“. Jetzt möchte die Gymnasiastin Jungstudentin an der Folkwang-Universität werden.

Natürlich ist sie mächtig stolz und hat sich „sehr gefreut“, beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, der jetzt in Lübeck stattfand, den ersten Platz ihrer Altersgruppe abgeräumt zu haben. Ein bisschen relativiert Sara Baum aber den Erfolg: „Ich habe schon vorher viele Wettbewerbe erfolgreich bestritten“. Die 16-Jährige ist mit Leib und Seele Querflötistin und hat ein klares Berufsziel: „Ich möchte professionelle Musikerin werden.“

Deshalb musiziert sie nicht nur täglich etwa zwei Stunden, sie ist schon jetzt „unregelmäßig, aber immerhin“ so etwas wie Gast-Studentin an der Folkwang-Universität der Künste bei Felix Reimann. Den berühmten Flötisten und Dirigenten sucht sie besonders gerne vor ihren Wettbewerben auf. „Es ist immer gut, eine andere Meinung zu hören“, sagt sie über dessen Fachwissen. Und dem Feinschliff schaden die Tipps und Ratschläge des renommierten Musikers ebenso wenig. „Ich würde dort gerne Jungstudentin werden“, sagt Sara Baum über ihre Pläne.

Zur Musik kam die talentierte Kapellenerin, die die zehnte Klasse des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden besucht, aus eigenem Interesse. „Keiner aus meiner Familie hat wirklich mit Musik zu tun“, berichtet sie über Eltern und Geschwister. Als Erstklässlerin griff sie wie so viele andere Mitschülerinnen zur Blockflöte, aber Klang und Akustik der Querflöte gefielen dem kleinen Mädchen noch besser. Praktischerweise stand noch ein solches Instrument im Elternhaus. „Mein Vater hatte mal hobbymäßig gespielt“, so begann sie zu probieren. Gefördert und unterstützt von ihrer Lehrerin, wusste Sara Baum „schnell, dass das mein Ding ist“. Also blieb sie mit Elan und Interesse bei der Querflöte. Allen Etüden und unermüdlichen Übungen zum Trotz, ist das Vergnügen größer als der Aufwand. „Musik macht mir Spaß“, besonders die Werke romantischer Komponisten liebt sie. Lampenfieber vor Auftritten kennt sie „gut, aber irgendwie gehört das dazu“, sie mag es, vor Publikum ihr Können vorzutragen.

„Üben gibt Routine und das macht souverän.“ Neben dem Unterricht an Flöte und Klavier lernt sie bei ihren Musiklehrern Liane und Wolfgang Thiel Theorie und Gehörbildung und besucht, wann immer es sich ergibt, Meisterkurse zur Perfektion ihres Spiels. Obwohl noch Schülerin, steht ihr Ziel fest: „Ich möchte Musik studieren, Profi werden und im Orchester spielen.“ Als nächstes würde sie gerne an der Folkwang angenommen werden und als Mitglied des Bundesjugendorchesters musizieren.

Mit dem Landesjugendorchester, bei dem sie inzwischen die erste Flöte spielt, übt sie zurzeit Giuseppe Verdis „Don Carlos“ ein. Mit Elan ist die Kapellenerin auch hier dabei, freut sich auf die Aufführungen, die sie unter anderem nach Gent in Belgien führen.

„Nebenbei gehe ich auch noch zur Schule“, sagt sie und lacht. Zu ihren liebsten Fächern gehören Sozialwissenschaften und Deutsch – die auch ihre Leistungskurse sind – sowie Physik und Mathe. „Und wenn ich freie Zeit habe, treffe ich mich mit Freunden und gehe ins Kino“, berichtet sie über ihr ganz normales Leben.