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RWE: Schonender Umgang mit Lössboden im Tagebau Garzweiler

Boden des Jahres 2021 : RWE verspricht schonenden Umgang mit Lössboden

Der „Boden des Jahres 2021“ wird im Tagebau Garzweiler separat gewonnen und in der Rekultivierung eingesetzt. Entstanden ist das Substrat während der Eiszeit.

Es gibt das Spiel des Jahres, das Tier des Jahres und den Baum des Jahres. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist der Boden des Jahres. Der wird alljährlich von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover gekürt – und die hat diesmal den Löss zu Ehren kommen lassen, der vor allem im Norden des Rheinischen Reviers in großen Mengen zu finden ist.

Mit der auch vom Umweltbundesamt geförderten Auszeichnung soll die Bedeutung des Bodens für die Menschen und dessen Schutzwürdigkeit vermittelt werden. In den Tagebauen von RWE wird das wertvolle Substrat beim Abbau von Braunkohle aus dem Erdreich gebaggert – und dabei werde ausgesprochen behutsam vorgegangen, versichert Sprecher Guido Steffen.

„Der Lösslehm wird von den Baggern separat gewonnen, getrennt von anderen Erdmassen transportiert und als oberste Bodenschicht in der Rekultivierung wieder aufgetragen – mindestens zwei Meter mächtig“, sagt Werner Sihorsch, Leiter der Rekultivierung von RWE Power und selbst Agraringenieur. Der Boden bleibe auf diese Weise erhalten – zugunsten der rekultivierten Ackerflächen. Die würden schon sehr bald hohe Ertragswerte erzielen und könnten an Erwerbslandwirte übergeben werden.

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Für die forstliche Rekultivierung wird der Löss direkt bei der Gewinnung per Schaufelradbagger mit Kies gemischt. Dieses Material wird etwa auf den Hochhalden eingesetzt. Es ist locker genug für die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern, die dort gesetzt werden, zudem speichert es so viel Wasser, dass junge Pflanzen auch längere Trockenperioden überstehen.

„Der Braunkohlentagebau ist wegen seines tiefen Eingriffs in die Kulturlandschaft dazu verpflichtet, schonend mit dem Lössvorkommen umzugehen und die bestmögliche Bergbaufolgelandschaft zu hinterlassen“, sagt Gerhard Dumbeck, Agraringenieur und Sachverständiger der Landwirtschaftskammer NRW. Auf der Höhe des Tagebaus Garzweiler ist der Lössboden bis zu 20 Meter mächtig. Über viele Jahrzehnte wurde das Substrat mit der RWE-Werksbahn zu den ausgekohlten Tagebauen auf dem von Natur aus weniger fruchtbaren Höhenzug der Ville geliefert, etwa zu den Tagebauen im Bergheimer Raum. „Dort bildet Löss den Deckel auf den Abbaufeldern und verleiht der landwirtschaftlichen Rekultivierung eine hohe, vor dem Bergbau nie dagewesene Ertragskraft“, sagt Steffen.

Auch der Tagebau Hambach bekommt Löss aus Garzweiler. Nach den gültigen Plänen muss der in wenigen Jahren zu Ende gehende Abbaubetrieb einige hundert Hektar Ackerland hinterlassen – in einem Bereich, in dem es früher wegen der armen Böden fast nur Wald gab.

Über zehntausende von Jahren sind die Lössböden der Jülicher und Zülpicher Börde in der letzten Eiszeit entstanden. Starke Winde trugen damals feingemahlene Gesteinspartikel, den sogenannten Schluff, in das Vorland der Mittelgebirgslagen, wo sie sich ablagerten.