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RWE meldet Versorgungssicherheit für die Festtage im Rheinischen Revier.

RWE-Arbeitsplan für Grevenbroich : „Boxenstopp“ für Kraftwerksblock

Weihnachten gehen 2400 Megawatt offline. Versorgungssicherheit gewährleistet.

Trotz des Weihnachtsfestes: Im Kraftwerk Neurath wird durchgearbeitet: Der 1100-Megawatt-Block „F“ ist am Freitag Abend für eine Kesselreinigung vom Netz genommen worden. Rund zwei Millionen Euro investiert RWE Power in den jährlichen sogenannten „Boxenstopp“.

„In der Heilige-Nacht-Schicht werden dort vorwiegend Mitarbeiter von Partnerfirmen tätig sein, die muslimischen Glaubens sind“, sagt RWE-Sprecher Guido Steffen. Da in deren Familien das Weihnachtsfest nicht von solch hoher Bedeutung sei, hätten sich viele von ihnen freiwillig zum Einsatz bereit erklärt, um den anderen Kollegen eine entsprechende Auszeit zu ermöglichen.

Ansonsten versucht Abteilungsleiter Piotr Olkowski, selber Vater von zwei Kindern, das rund 100 Mann starke Team zu den „besonders weihnachtlichen“ Uhrzeiten familienfreundlich auszudünnen. In der Silvesternacht wird die gesamte Mannschaft eine zwölfstündige Pause einlegen.

Beim „Boxenstopp“ im Neurather Kraftwerk gilt es, die angesammelten Anbackungen von Aschebestandteilen an den Kesselrohren der 1100-Megawatt-Anlage zu lösern. „Sie mindern den Wärmebelag vom Feuer aufs Kesselspeisewasser in den Rohren, die aneinandergelegt von Grevenbroich bis Lissabon reichen würden“, berichtet Guido Steffen. Und weniger Dampf bedeute weniger Effizienz.

Im hochhausgroßen Innenraum des Kessels wird ein Gerüst aufgebaut. Von dort aus werden Arbeiter die Anbackungen mit Meißeln bearbeiten. „Und wenn auch ein dünnwandiges oder schadhaftes Kesselrohr entdeckt wird, müssten Schweißer das betroffene Stück auswechseln“, betont Piotr Olkowski. Am 3. Januar, wenn die Kurve des Strombedarfs wieder nach oben schnellt, soll „Friedrich“, wie Block „F“ im Jargon der Kraftwerker heißt, wieder am Netz sein.

Etwas mehr Zeit haben rund 400 Instandhalter am Kraftwerk Niederaußem. Auch dort wird eine Anlage der neuesten Generation, Block „K“, zum Schauplatz einer Kesselreinigung, die voraussichtlich bis zum 6. Januar dauert. Im Kraftwerk Weißweiler wird zudem der Dampferzeuger eines 300-Megawatt-Blocks repariert.  RWE nimmt die Arbeiten bewusst an den eher ruhigen Weihnachtstagen vor. „Das ist besser als an den Tagen, an denen besonders viel Strom benötigt wird“, sagt Steffen. Obwoh im Revier 2400 Megawatt  offline sind, sei die Versorgungssicherheit gewährleistet.

(NGZ)