Grevenbroich: RWE-Kraftwerksblöcke sind wieder am Netz

Grevenbroich : RWE-Kraftwerksblöcke sind wieder am Netz

Block "Friedrich" lag wegen eines Schaden an der Dampfturbine still, Block "Emil" wegen Revision.

Aufmerksamen Beobachtern fiel es auf: Über zwei Kühltürmen des RWE-Kraftwerks Neurath fehlten die typischen Dampfschwaden. Folglich waren die betroffenen Blöcke kalt, also außer Betrieb.

Der erst im Jahr 2012 offiziell in Dienst gestellte BoA-Block F ist seit Mittwoch wieder am Netz. Er war einige Tage außer Betrieb. Zuerst war ein Schaden am Mitteldruckteil der Dampfturbine diagnostiziert worden: Eine Schaufel war abgebrochen, ihre Trümmer hatten weitere Schaufeln in Mitleidenschaft gezogen. Der Ersatz der am Computer in 3 D modellierten Titanschaufeln ist nicht einfach: Die High-End-Komponenten liegen nicht als Verbrauchsmaterial in den Ersatzteillägern von RWE oder des Herstellers, sondern müssen neu geschmiedet werden.

Zudem untersuchen Werkstoffprüfer, warum die Turbinenschaufel abgebrochen ist. Um eine Unwucht im weiteren Betrieb der Turbine zu vermeiden, wurden vorsorglich einige Schaufeln ausgebaut.

Bis zur endgültigen Reparatur ist Block "F" mit einer geringen Minderleistung von wenigen Megawatt wieder in Betrieb, um Strom für rund drei Millionen Menschen zu erzeugen.

Block E, im Betriebsjargon "Emil" genannt, wurde bis zum vergangenen Wochenende einer zweimonatigen Revision unterzogen. Betreiber RWE Power investierte rund 35 Millionen Euro in den rund 40 Jahre alten Block, um Komponenten zu inspizieren, zu reinigen oder auszutauschen.

Letzteres galt für einen Teil der Kesselrohre, in denen das zu Dampf erhitzte Wasser zirkuliert. Sie waren verschlissen, wurden deshalb von Spezialschweißern demontiert und durch neue ersetzt.

In der Spitze waren bis zu 600 Mitarbeiter zusätzlich im Kraftwerk, meist Fachleute beauftragter Lieferanten und Dienstleister. Mit an Bord war auch der TÜV, um die Arbeiten unter Sicherheitsaspekten zu begutachten.

Die Revision war laut RWE Power bewusst in den Sommer gelegt worden. Denn in dieser Zeit sind der allgemeine Strombedarf geringer und die Einspeisung von Wind und Solarstrom höher als etwa im Winter. In dieser Zeit kann also eher auf den Beitrag des 600-Megawatt-Blocks im Kraftwerk Neurath verzichtet werden.

(NGZ)
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