Grevenbroich: Runder Tisch diskutiert über GWG-Wasserpreis

Grevenbroich : Runder Tisch diskutiert über GWG-Wasserpreis

Trotz der Kritik hält den Versorger am neuen Tarifsystem fest. Bauverein befürchtet "soziale Härten" und erwägt Klage.

Einen Runden Tisch zum umstrittenen neuen Wasserpreissystem des Gas- und Wasserwerks Grevenbroich hatte der Bauverein Grevenbroich gefordert. Jetzt gab's ein solches Treffen von Wohnungsgenossenschaften, Haus und Grund, Mieterbund, Immobilienfirmen und der GWG-Mutter NEW - unter anderem war NEW-Aufsichtsratsvorsitzender Friedhelm Kirchhartz dabei. Mit einer Änderung des Preissystems können Kunden aber trotz des Protests und des Treffens nicht rechnen: "Wir stehen weiter zu dem neuen Wasserpreissystem", erklärte Kai-Oliver Dubben von NEW Niederrhein Energie und Wasser.

Zum 1. Oktober führt GWG den neuen, für das gesamte Einzugsgebiet einheitlichen Taif ein, mit dem der Versorger auf eine Forderung des Kartellamtes reagiert. Das Problem: Der neu eingeführte Systempreis wird nach der Zahl der Wohnungen im Haus berechnet. Bauverein, Erftsiedlungsgenossenschaft und andere hatten für viele Mehrfamilienhäuser einen Anstieg der Wasserkosten um 30 bis 70 Prozent ermittelt. "Wir haben beim Treffen unseren Standpunkt klar gemacht. Wir befürchten soziale Härten für Mieter, die Umstellung erfolgt auf dem Rücken von sozial Schwachen", kritisiert Bauvereinsvorstand Hubert Zimmermann. "Durch das neue Preissystem garantiert sich GWG eine feste Einnahme. Die Belastung tragen Mieter", erklärt Anneliese vom Scheidt, Vorsitzende des Vereins Haus und Grund.

Zu den Vorwürfen sagt Kai-Oliver Dubben (NEW): "Uns ist bewusst, dass es insbesondere bei Geringverbrauchern zu deutlichen Kostensteigerungen kommt. Kinderreiche Familien mit einem hohen Wasserbedarf zum Beispiel werden jedoch entlastet." Der Vorwurf, dass das System generell unsozial sei, sei falsch. "Es werden hierzu vor allem Extremfälle zitiert", so Dubben. Bei den Lieferungen an den Bauverein komme NEW auf eine durchschnittliche Erhöhung von rund 25 Prozent. Zimmermann kündigte erneut Konsequenzen an: "Bleibt es bei diesem System, behalten wir uns eine Klage vor. Und wir prüfen eine Sammelklage mit anderen."

(NGZ)
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