Fernwärme-System in Frimmersdorf verlegt: Rund 600 Häuser ans Netz angeschlossen

Fernwärme-System in Frimmersdorf verlegt : Rund 600 Häuser ans Netz angeschlossen

Frimmersdorf. Die Fernwärmeversorgung in Frimmersdorf steht. In 18-monatiger Arbeit wurden sämtliche Straßen "verrohrt" und 600 Häuser ans Netz angeschlossen. Für Kraftwerks-Chef Dr. Eberhard Uhlig war dies der Anlass, zu einem zünftigen Frühschoppen ins "Alte Werk" an der Erftstraße einzuladen. Dort wurde gleichzeitig die neue Fernwärme-Beratungsstelle eröffnet, die von Burkhard Atrops geleitet wird.

Frimmersdorf. Die Fernwärmeversorgung in Frimmersdorf steht. In 18-monatiger Arbeit wurden sämtliche Straßen "verrohrt" und 600 Häuser ans Netz angeschlossen. Für Kraftwerks-Chef Dr. Eberhard Uhlig war dies der Anlass, zu einem zünftigen Frühschoppen ins "Alte Werk" an der Erftstraße einzuladen. Dort wurde gleichzeitig die neue Fernwärme-Beratungsstelle eröffnet, die von Burkhard Atrops geleitet wird.

Schon seit den 60er Jahren liefert das Kraftwerk Frimmersdorf Dampf- und Heizwärme an einige Großverbraucher. Im Rahmen der Verhandlungen mit der Landesregierung über die Genehmigung von Garzweiler II wurden wirtschaftlich mögliche Potenziale für eine erweiterte Nutzung dieser Wärmeauskopplung in der Region untersucht. Im Rahmen dieser Analyse stellte sich heraus, dass sich Frimmersdorf - dort leben rund 2.500 Menschen in etwa 630 Häusern - für ein solches Projekt besonders eignet.

Mehr als die Hälfte der Wohngebäude im Ort entstanden in den 50er bis 70er Jahren. Der Wärmebedarf für Raumheizung und Trinkwasser wurde dort bisher von Kohle (35 Prozent), Heizöl (35 Prozent), Strom (20 Prozent) und Fernwärme (zehn Prozent) gedeckt. "Wir hoffen, dass in einigen Jahren 80 Prozent der bestehenden Häuser und 90 Prozent der Neubauten mit Fernwärme bedient werden können", erklärte Dr. Uhlig. Bislang haben 157 Hauseigentümer einen Wärmeservice-Vetrag mit dem Kraftwerk Frimmersdorf abgeschlossen.

Bereits 25 Prozent aller Häuser im Ort haben mittlerweile eine Fernwärmeheizung. Neben den Privatkunden, die etwa 2,4 Megawatt (MW) des gesamen Fernwärmeaufkommens abnehmen, wurden auch auch öffentliche Gebäude wie die Martin-Luther-King-Schule (etwa ein MW), die Grundschule und der Kindergarten (0,2 MW) und die Erfthalle (0,4 MW) ans Netz angeschlossen. - Schon vor gut anderthalb Jahren ließ RWE die gesamte Fernwärmeauskopplung im Kraftwerk Frimmersdorf erneuern und mit einem hochmodernen Leitungsnetz mit Fernüberwachung und Zählerfernablesung ausstatten.

Zentraler Bestandteil der Anlage im Block "Paula" ist ein Wärmetauscher, der die Temperatur vom Dampf der Turbine übernimmt, mit der der Heizkreislauf zu den Kunden betrieben wird. Sie ersetzte eine Station am Sammelkondensat-System der alten 150-Megawatt-Blöcke C bis F, mit der bisher die städtischen Immobilien in Frimmersdorf und Gustorf sowie die Rheinbraun-Gebäude seit mehr als 20 Jahren versorgt wurden. Neben der modernen Anlage bietet das Kraftwerk auch einen umfassenden Service für die Kunden. Und nicht zuletzt, so Dr. Eberhard Uhlig, sei auch der Preis ein Argument für die Versorgung mit Fernwärme: "Für eine zu beheizende Fläche von 120 Quadratmetern kommt ein Kostenvergleich zu dem Ergebnis, dass eine Heizung mit Öl fast 70 Prozent teurer als die Heizung mit Fernwärme ist."

Burkhard Atrops, der jetzt die Beratungsstelle übernahm, steht nun für Informations-Gespräche im "Alten Werk" an der Erftstraße bereit. Nicht unerwähnt ließ Dr. Eberhard Uhlig die Schattenseiten, die mit den Fernwärme-Arbeiten in den vergangenen 18 Monaten verbunden waren - beispielsweise die Verzögerung des Straßenbaus durch ein in Konkurs geratenes Unternehmen. Darüber hinaus seien in etwa einem Prozent der Häuser seit Anschluss der Fernwärme Feuchtigkeits-Schäden in den Kellern aufgetreten. "Hier haben wir einen unabhängigen Gutachter eingeschaltet und werden die Anschlussbereiche noch einmal öffnen", betonte der Kraftwerks-Chef: "Ich hoffe, dass wir dann auch hier eine zufriedenstellende Regelung erreichen können, damit auch diese Kunden danach nur noch ungetrübte Freude an ihrem Heizsystem haben mögen." W. Piel

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