1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Rotarier führen die "Sing-Pause" ein

Grevenbroich : Rotarier führen die "Sing-Pause" ein

Er betreut Schulen in Äthiopien, hilft Streetworkern und kümmert sich um Bedürftige. Zu seinem 50-jährigen Bestehen initiiert der Rotary Club unter Leitung von Norbert Mohren (49) nun ein weiteres Projekt: die Sing-Pause für Grundschüler. Vorbild ist ein Erfolgs-Modell aus Düsseldorf.

Das Prinzip ist simpel: Der Unterricht wird zwei Mal in der Woche für 20 Minuten unterbrochen, in dieser Zeit stimmen Sänger mit Grundschülern internationale Lieder an. Die Wirkung: "Das gemeinsame Singen fördert nicht nur die Konzentration, sondern auch die Integration", erklärt Norbert Mohren, Präsident des Rotary Clubs (RC). In Düsseldorf läuft dieses Projekt bereits seit 2006 erfolgreich, nahezu 60 Schulen beteiligen sich an der sogenannten "Sing-Pause". Die soll nun auch in Grevenbroich eingeführt werden.

Foto: Endermann, Andreas

Damit haben sich die 60 Mitglieder des Clubs (Motto: "Selbstlos dienen") zu ihrem Goldjubiläum ein weiteres Projekt auf ihre Fahnen geschrieben. "Wir wollen dieses Vorhaben zunächst in den Grundschulen in Elsen und in der Südstadt auf die Schiene setzen", erklärt RC-Vizepräsident Friedhelm Ruf (57). In den nächsten beiden Jahren wird der Rotary Club jeweils 20 000 Euro zur Verfügung stellen. Mit dem Geld sollen speziell ausgebildete Sänger engagiert werden.

"Sie werden mit den Schülern musikalische Grundkenntnisse erarbeiten. Nach einer speziell entwickelten Methode lernen die Kinder, sich mit ihrem Gesang genauso gut auszudrücken wie in ihrer Muttersprache — ohne Noten zu lesen oder eine gemeinsame Sprache zu sprechen", sagt Clubmeister Franz-Peter Hermanns (60). Für ihn wichtig: "Der Einstieg in die Welt der Musik fördert auch grundlegende Eigenschaften: soziales Verhalten, Denkfähigkeit und emotionale Kompetenz." Die Ergebnisse dieser musikalischen Grundausbildung sollen in einem jährlichen Konzert vorgestellt werden. "In Düsseldorf ist das ein Höhepunkt", weiß Clubsekretär Stefan Pick (48): "Viele hundert Eltern kommen alljährlich zu den großen Aufführungen, die in der Tonhalle stattfinden."

Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre terminiert, es soll später in die Hände eines Fördervereins gelegt werden. "Das Beispiel Düsseldorf lässt uns positiv in die Zukunft schauen", sagt Norbert Mohren. Dass sich der Einsatz lohnt, davon ist der Präsident überzeugt: "Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag, besonders an Schulen mit sozialen Brennpunkten und für Schüler mit ausländischen Wurzeln."

Trotz des neuen Vorhabens: Der 1962 vom ehemaligen Oberkreisdirektor Paul Edelmann gegründete Club bleibt seinen vielen anderen sozialen Projekten treu. Neben seinem Engagement in Grevenbroich sind die Rotarier auch in Äthiopien aktiv. Dabei geht es um die Sanierung einer Schule in Holeta. "Die Bausubstanz von Klassen und Toiletten ist desolat, ein geregelter Betrieb nur eingeschränkt möglich", erzählt Friedhelm Ruf. Mit Geld aus Grevenbroich soll die Schule nach und nach saniert werden.

(NGZ/ac)