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Grevenbroich: Rosenmontag als Arbeitstag

Grevenbroich : Rosenmontag als Arbeitstag

Die Arbeitgeber in Grevenbroich entscheiden unterschiedlich, ob Mitarbeiter heute arbeiten müssen. Während das Rathaus und viele Geschäfte schließen, wird in Lebensmittelmärkten wie bei RWE wie gewohnt gearbeitet.

Auch wenn manche eingefleischte Karnevalisten es nicht wahrhaben wollen: Der heutige Rosenmontag ist kein gesetzlicher Feiertag, grundsätzlich sind Arbeitnehmer zur Arbeit verpflichtet. Trotzdem: Ein normaler Werktag ist der große Tag der Jecken ebenfalls in Grevenbroich nicht. Manche Unternehmen arbeiten wie immer, in anderen bleiben die Türen heute geschlossen.

Die Rathaus-Mitarbeiter etwa können ungestört Karneval feiern oder einen Entspannungstag einlegen – die Stadtverwaltung ist geschlossen. "Wir machen am Rosenmontag Betriebsferien", so Stadt-Sprecher Andreas Sterken. "Das ist in Grevenbroich immer schon so gewesen." Auch die meisten Geschäfte in der Innenstadt öffnen nicht. Aus praktischen Gründen: "Als die Läden vor einigen Jahren geöffnet waren, kamen kaum Kunden", sagt Fred Schlangen, Chef des Werberings und von drei Mode-Geschäften. "Denn die Grevenbroicher feiern Rosenmontag Karneval", sagt er. Die Ausnahme bildeten einige Filialen von großen Ketten. "Diese haben ihre Zentralen wahrscheinlich nicht im Rheinland – und den Rosenmontag deshalb nicht mitbekommen", sagt Schlangen.

Wer in einem Lebensmittelmarkt arbeitet, muss heute meist wie gewohnt zum Dienst erscheinen. "Wir öffnen unverändert von morgens bis abends", sagt etwa Hans Rippers, Betreiber der Rewe-Märkte in Kapellen und Wevelinghoven. Er erwartet normalen Betrieb: "Es gibt schließlich auch viele karnevalsflüchtige Kunden." Die Mitarbeiter seien nicht enttäuscht: "Sie sind ja auch nicht alle karnevalsjeck", meint Rippers.

Die Grevenbroicher Handwerksbetriebe entscheiden individuell, ob sie arbeiten wollen. "Es gibt keine Vorgabe", sagt Klaus Koralewski von der Kreishandwerkerschaft. Die kleineren Betriebe müssten schauen, wie wichtig sie das Fest nehmen. "Wenn der Chef sich im Karnevalsverein engagiert, bleibt der Betrieb meist geschlossen", so Koralewski. Ein Notdienst sei aber auf jeden Fall gewährleistet.

Wer bei RWE arbeitet und einen Rosenmontagszug sehen will, muss sich auf jeden Fall Urlaub nehmen. Im Tagebau und den Kraftwerken sind die Schichten wie gewohnt eingeteilt. "Die Stromproduktion fällt wegen Karneval nicht aus", so RWE-Sprecher Manfred Lang. Rosenmontag werde bei RWE ebenso gehandhabt wie Weihnachten und Ostern – es arbeiten kaum weniger Leute als an anderen Tagen. "Das geht nicht anders", sagt Lang.

Auch die Polizisten müssen heute wie an jedem anderen Tag zum Dienst. Für die Polizei im Rhein-Kreis ist der Rosenmontag kein sehr stressiger Tag – den haben die Beamten schon hinter sich. "Für uns ist Sonntag der große Tag, weil da der Umzug in Neuss ist", sagt Polizist Armin Haas.

(NGZ)