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Grevenbroich: Rohrbruch legt Freibad lahm

Grevenbroich : Rohrbruch legt Freibad lahm

Die Diskussion um den Schlossbad-Bau dürfte neue Nahrung erhalten: Überraschend musste das rund 40 Jahre alte Freibad schließen. Grund ist ein Rohrbruch, die Ursache ist unbekannt. Frühestens Freitag kann es wieder öffnen.

Temperaturen bis 22 Grad und Sonne sind für heute angesagt — doch wer einen Besuch im Freibad am Alten Schloss plant, muss ihn aufschieben. Die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich (WGV) schlossen gestern das Freibad. Der Grund: ein Rohrbruch. Die Störung fällt in die Zeit der Entscheidungsfindung, wie — und wo — der Bad-Neubau entstehen soll.

Am Dienstag Morgen "bemerkte Hans Schillings, der Leiter des Badebetriebs, dass Bodenplatten um rund sieben, acht Zentimeter abgesackt waren", erklärt Rainer Baumgardt, Geschäftsführer der WGV. "Eine Wasserzufuhrleitung zwischen dem Hauptbecken und dem Kinderplanschbecken ist gebrochen." Mitarbeiter der WGV griffen zur Schaufel, schüppten ein 50 Zentimeter tiefes Loch. "Das Wasser strömt immer wieder ins Loch nach. Wir sehen es kräftig sprudeln, können aber noch nicht sagen, wo es genau her kommt", so Rainer Baumgardt. Das Freibad wurde geschlossen, zu der Zeit waren nur wenige Badegäste dort. Nun geht es an die Ursachenfindung und Schadensbehebung: "Wir haben die Umwälzpumpen ausgeschaltet und senken den Wasserspiegel um 75 Zentimeter ab, so dass die schadhafte Leitung oberhalb des Spiegels liegt und kein Wasser nachströmen kann. Dann können wir das Leck ausfindig machen."

Rund 150 Kubikmeter Wasser müssen aus dem Becken abgelassen werden — "das dauert bis in die Nacht", sagte der Geschäftsführer gestern. Die WGV und eine Firma sollen dann das Rohrstück erneuern. Baumgardt: "Danach müssen wir das Wasser wieder einlassen. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, kann das Freibad am Freitag öffnen." Tröstlich: Für morgen sind Wolken und Regen angesagt.

Die Ursache der Störung ist unklar. "Denkbar ist etwa Materialermüdung, so Baumgardt. Allzu alt sind die Rohre aber nicht, sie wurden vor rund 15 Jahren verlegt. Vor einigen Jahren waren mehrere Leitungen im Bad gebrochen. "Wir mussten damals auf rund 30 Metern Länge Rohre erneuern."

Der aktuelle Schaden dürfte der jahrelangen Diskussion um den Neubau des rund 40 Jahre alten Schlossbades weitere Nahrung geben. In Kürze könnte es Entscheidungen geben. Das GWG (Gas -und Wasserwerk) ist bereit, als Investor und Betreiber aufzutreten. Zurzeit liegen acht Modul-Varianten auf dem Tisch, die Kosten für den Bad-Bau schwanken zwischen rund acht und zwölf Millionen Euro. Ein Arbeitskreis soll jetzt die Zahl auf zwei Alternativen eingrenzen. Vor wenigen Tagen kam die Wiese am Hagelkreuz als Standort wieder ins Gespräch, dafür macht sich die FDP stark.

(NGZ)