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Grevenbroich: Ringen um zweiten Supermarkt

Grevenbroich : Ringen um zweiten Supermarkt

Viele Kapellener wünschen sich einen zweiten Supermarkt – im alten Teil des Dorfes. Seit 2009 steht der alte Rewe-Markt leer. Gespräche laufen mit Netto, Aldi und Penny, doch ein Ergebnis steht immer noch aus.

Viele Kapellener wünschen sich einen zweiten Supermarkt — im alten Teil des Dorfes. Seit 2009 steht der alte Rewe-Markt leer. Gespräche laufen mit Netto, Aldi und Penny, doch ein Ergebnis steht immer noch aus.

Foto: Michael, Reuter

Der Kontrast könnte nicht größer sein: Am Rande des Kapellener Neubaugebiets ist mit Rewe und der aus Alt-Kapellen umgezogenen Metzgerei Schillings ein lebendiges Einkaufszentrum entstanden. Verwaist und mit einer Kette abgesperrt ist dagegen der Parkplatz des früheren Supermarkts an der Stadionstraße im Süden des Stadtteils, das Gebäude steht leer.

Ende 2009 zog der Rewe-Markt von Kaufmann Hans Rippers in den Neubau am Rübenacker um. Seitdem wünschen sich viele Kapellener einen weiteren Markt auch im alten Teils des Dorfes. Vor allem Senioren ohne Auto oder mit Rollator fällt es schwer, zum Neubaugebiet zu kommen. Auch beim NGZ-Mobil in Kapellen jetzt war die fehlende Einkaufsmöglichkeit Thema. Verhandlungen und Gespräche gab's zwar reichlich, doch bislang ohne positives Ergebnis.

Dabei wäre der Wunsch vieler Kapellener schon beinahe in Erfüllung gegangen. "Wir hatten bereits einen unterschriftsreifen Vertrag mit dem Discounter Netto", erklärt Andreas Dahlmann von der Eigentümer-Familie. Doch dann habe der Konzern doch nicht unterzeichnet. "Es gab Probleme wegen der Zufahrt für den Anlieferverkehr. Netto wollte einen Zugang von der Talstraße aus, doch das war nicht möglich. Nun plant ,Netto' neu", erklärt Dahlmann. Laut Stadtverwaltung gab's für die Zufahrt keine Zustimmung, "weil das ein erhebliches Gefahrenpotenzial dargestellt hätte. Die Talstraße wird von vielen Schülern genutzt", sagt Wirtschaftsförderer Ulrich Held.

Laut Andreas Dahlmann gibt es weitere Interessenten: "Wir stehen auch mit Penny und Aldi in Gesprächen." Außerdem habe ein Unternehmen, "das Waren aus Überschussbeständen und Konkursmassen verkauft, Interesse angemeldet", so Dahlmann. "Wir haben ein großes Interesse daran, einen Nutzer für die immobilie zu finden. Und wir hoffen, dass jetzt nach den Sommerferien Bewegung in die Verhandlungen kommt." Der bisherige Mietvertrag mit Rewe sei mittlerweile aufgehoben. Gebaut wurde das Supermarkt-Gebäude Ende der 70er Jahre.

An einer weiteren Einkaufsmöglichkeit im Ort — und an einer baldigen Lösung — ist auch die Stadt interessiert: "Zum einen ist das ein Wunsch vieler Kapellener, zum anderen sieht das Einzelhandelsstandortkonzept der Stadt für Kapellen zwei Märkte vor", erklärt Ulrich Held.

Laut dem Wirtschaftsförderer denkt Aldi an einen Umbau des Komplexes an der Stadionstraße, Penny und Netto dagegen an Abriss und Neubau. Unterschiedliche Pläne gebe es auch zur Frage, ob der Standort gemietet oder gepachtet werden soll. "Wir hoffen, dass die Verhandlungen mit einem der Wettbewerber bald zum Vertragsabschluss führen", sagt Wirtschaftsförderer Held.

(NGZ/rl)