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Grevenbroich: Rheydter Straße: Kritik an der geplanten Einbahnstraße auf Probe

Grevenbroich : Rheydter Straße: Kritik an der geplanten Einbahnstraße auf Probe

Die von CDU und SPD für das Bahnhofsviertel geforderte "Einbahnstraßenregelung auf Probe" wird von der Ratsfraktion "Mein Grevenbroich" kritisiert. "Die angespannte soziale Situation in diesem Quartier verlangt von Anwohnern und Händlern ein hohes Maß an Toleranz und persönlichem Einsatz", sagt Fraktionsvorsitzende Martina Suermann. Sie befürchtet, dass ein "Straßenausbau auf Probe" diese Situation weiter verschärfe, statt sie zu entspannen.

CDU und SPD schlagen vor, dass zunächst der südliche Teil der Rheydter Straße mit Geh- und Radweg, Parktaschen und Bäumen ausbaut werden soll. Die gegenüberliegende Seite soll als Provisorium auf Zeit angelegt werden. Nach einem Jahr "Probebetrieb" soll Bilanz gezogen und darüber entschieden werden, ob sich die Einbahnstraßenregelung bewährt hat. Je nach Ausgangslage könnte dann die Nordseite ausgebaut werden.

Suermann warnt vor den Folgen dieses Vorschlags. "Der Handel hat bei dem ersten Abschnitt über Monate eine Baustelle vor der Tür und ist schlechter zu erreichen", sagt sie. "Dann folgt ein Versuchszeitraum von einem Jahr mit ungewissem Ausgang, um dann möglicherweise für eine weitere Bauphase wiederum schlecht erreichbar zu sein." Das sei ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren, den es zu überstehen gelte. Händler und Anlieger, sagt Suermann, würden neben der Lösung der sozialen Probleme vor Ort auch eine bauliche Aufwertung des Viertels begrüßen - doch: "Sie sind gegen den geplanten Einspurverkehr."

Trotz der auch vom Handelsverband NRW geäußerten Kritik wollen CDU und SPD ihre Marschrichtung beibehalten. "Das Provisorium auf Zeit ist eine gute Lösung", meint CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. "Sollte die Einbahnstraßenregelung nicht funktionieren, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Zweispurverkehr wiederherzustellen." Die Meinung zur neuen Verkehrsführung soll im Probejahr einmal im Quartal abgeklopft werden, und zwar bei Bürgerforen. "Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht nur Anlieger, sondern Bewohner aus dem gesamten Bereich der Innenstadt anhören", sagt Kaiser.

Mit dem vorgeschlagenen Provisorium wollen beide Fraktionen denjenigen eine Brücke bauen, die gegen die Einbahnstraßenregelung sind, sagt SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. Er meint aber auch: "Laute Stimmen gegen das Projekt sollten nicht so interpretiert werden, als ob sie die Mehrheit wären. In dieser Sache gibt es eine deutliche schweigende Mehrheit." Die sozialen Probleme im Quartier müssten selbstverständlich gelöst werden - aber: "Es muss auch endlich damit aufgehört werden, dieses Viertel kaputt zu reden."

(wilp)