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Rhein-Kreis: Jüchen testet Wohnungsbau im Genossenschaftsmodell

Kommunen auf der Immobilienmesse Expo Real : Genossenschaftsmodell für Wohnungsbau

Auf der Messe Expo Real suchen die Kommunen neue Wege im Wohnungsbau. 

Wohnungsknappheit lindern und dabei auch an diejenigen denken, die sich die hohen Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt nicht oder kaum noch leisten können. Das haben sich viele Kommunen im Rhein-Kreis auf die Fahnen geschrieben. Jüchen will jetzt ausprobieren, ob genossenschaftliches Bauen dafür eine Lösung sein kann. An der Holzer Straße in Hochneukirch soll ein leerstehender Gebäudekomplex aus den 1920er/1930er Jahren einem Neubaukomplex weichen. Die Stadt hatte das Gebäude einst erworben, um es zur Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. „Für uns ist das ein Modellprojekt. Wir wollen einmal durchspielen, wie sich solche Bauprojekte mit Unterstützung der Wohnungsbau-Service-Gesellschaft des Kreises und in einem genossenschaftlichen Modell umsetzen lassen“, sagt Zillikens.

Auf der Messe hat der Bürgermeister Gespräche mit einem Unternehmen geführt, das an einem solchen Referenzprojekt interessiert wäre. In drei bis vier Monaten könnte eine Projektplanung vorliegen, die das Unternehmen, wenn grundsätzlich geeignet, im Stadtrat vorstellen soll.

 Christian Henicke (l.), Wirtschaftsförderung, und Wilfried Wißdorf, Stadtentwicklungsgesellschaft Grevenbroich.
Christian Henicke (l.), Wirtschaftsförderung, und Wilfried Wißdorf, Stadtentwicklungsgesellschaft Grevenbroich. Foto: Frank Kirschstein
  • Foto: Adrian Degner/Getty Images/iStockphoto
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Auch Korschenbroichs Bürgermeister Marc Venten interessiert sich für solche Modelle: „Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum, im Eigentums- wie auch im Mietbereich. Das Problem: Der Markt allein wird das nicht regeln.“ Venten verspricht sich deshalb Unterstützung von der neuen Servicegesellschaft des Kreises. „Eine eigene Wohnungsbaugesellschaft macht für Kommunen unserer Größenordnung keinen Sinn, da entstehen schon hohe Kosten für Personal und anderes, bevor irgendwo gebaut wird“, sagt Venten. Bei der Servicegesellschaft des Kreises und deren Partner könnten einzelne Dienstleistungen etwa für Planungsaufgaben gezielt eingekauft werden. Korschenbroich verfolge deshalb interessiert das Modellprojekt in Jüchen und prüfe auch, ob ähnliche Vorhaben möglich seien.

Das Thema Wohnen drängt, das ist auch die Erfahrung von Wilfried Wißdorf, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Grevenbroich: „Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen groß – von Menschen, die nach Grevenbroich ziehen wollen, aber auch innerhalb der Stadt.“ Der Strukturwandelprozess im Zuge des Braunkohleausstiegs bremse diese Entwicklung nicht, im Gegenteil: Mit der Ansiedlung neuer Unternehmen verstärke sich die Nachfrage auch nach Wohnraum noch weiter.