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Grevenbroich: Rettung für Dezember-Küken

Grevenbroich : Rettung für Dezember-Küken

Am Dienstag sind in Grevenbroich zehn kleine Enten auf die Welt gekommen. Eine Seltenheit für die kalte Jahreszeit. Da die Tiere kaum eine Überlebenschance hatten, wurden sie von Umweltfreunden gerettet.

Zum Nikolaustag ist es in der Grevenbroicher Tierwelt zu einer Besonderheit gekommen: : Zehn Stockentenküken sind am Teich des ehemaligen Knauber-Geländes geschlüpft. "Ich bin jetzt seit 26 Jahren Umweltbeauftragter der Stadt, aber so eine späte Brut habe ich noch nie erlebt", sagt Norbert Wolf, Leiter der Wildtierstation "Schneckenhaus". Doch so groß die Freude über die kleinen Enten ist, so groß waren auch die Sorgen der Tierschützer, die sich leider zum Teil erfüllt haben: Fünf der zehn Entenbabys haben ihren ersten Tag nicht überlebt. "Die Kleinen ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Die sind um diese Jahreszeit aber kaum noch vorhanden", sagt Wolf. Nun müssten die Tiere mit Wasserpflanzen Vorlieb nehmen.

Gute Überlebenschancen

"Ich habe schon am Dienstag befürchtet, dass die Entch es nicht schaffen würden", sagt Umweltschützer Wolg. Am Nikolaustag war es ihm und seinem Team nicht gelungen, die kleinen Wasservögel einzufangen. Immer wieder waren sie ihnen entwischt. "Bei Enten ist das sehr schwierig, weil sich der Altvogel sofort ins Wasser begibt und die Jungen ihm gleich folgen. Dann besteht die Gefahr einer Unterkühlung." Als die "Schneckenhäusler" am gestrigen Mittwoch wieder loszogen, haben sie nur noch fünf kleine Enten mit dem Muttertier aufspüren können.

"Allerdings konnten wir vier von fünf einfangen und mitnehmen", sagt Wolf. Im Schneckenhaus wurden die Küken erstmal gefüttert und die kleinen, leicht unterkühlten Körper wurden unter der Rotlichtlampe gewärmt. "Die hatten ganz schön Kohldampf", sagt Wolf. "Danach haben sie tief und fest geschlafen." Der Umweltbeauftragte ist zuversichtlich, dass die Kleinen in der Obhut der Wildtierstation überleben werden. "Das sind ja nicht die ersten Entenbabys, die wir hier haben. Nur der Geburtstermin ist halt außergewöhnlich."

Die Gründe für die späte Geburt sieht Norbert Wolf unter anderem in dem wärmeren Innenstadtklima. Die Tiere seien dadurch besser vor Wind und anderen Witterungseinflüssen geschützt. In der Regel bringen Stockenten ihre Jungtiere im Herbst zur Welt. Dann sind sie schon größer und bei Kräften, wenn die kalten Wintertage nahen. Außerdem würden viele Enten von den Grevenbroichern zusätzlich gefüttert, so dass sie sich in guter Kondition befänden. "Allerdings tut man den Enten keinen Gefallen, wenn man sie ständig mit Brot füttert", sagt Wolf. Brot enthalte viel Salz und das gehöre nun mal nicht zur normalen Ernährung.

Der Plan von Norbert Wolf und seinem Team: Sobald die kleinen Nikolaus-Enten groß und stark genug sind, werden sie im kommenden Frühjahr wieder in die Freiheit entlassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Schneckenhaus - ein Paradies für Tiere

(NGZ)