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Grevenbroich: Renn-Team macht sich in Grevenbroich fit für den Ring

Grevenbroich : Renn-Team macht sich in Grevenbroich fit für den Ring

Wenn mehr als 180 Rennwagen auf der gefährlichsten Rennstrecke der Welt nach nicht vorhandenen Lücken suchen, ist die Jagd um Zehntelsekunden irgendwann ziemlich lächerlich. Wer auf der Nordschleife gewinnen will, tut gut daran, einen getunten Panzer zu fahren. Hauptsache ankommen. Thomas Eilers ist jemand, der zeigt, wie man auf der Nordschleife erfolgreich ins Ziel kommt.

Im Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich ist der 45-Jährige eigentlich für die Ausbildung von Otto-Normal-Autofahrern zuständig. Eilers weiß, wie man einen durchschnittlichen Renault Twingo erfolgreich um ein im Weg stehendes Reh steuert, ohne die Kontrolle zu verlieren. "Was auf der Straße hilft, ist auf der Rennstrecke ebenfalls wichtig: schnelle Reaktionen, richtiges Lenken, dosiertes Bremsen", zählt Thomas Eilers auf. Seit Saisonbeginn steht er dem Motorsport-Team Derscheid aus Much mit Rat und Tat zur Seite.

"Wir haben ein Programm entwickelt, um die rennspezifischen Situationen zu simulieren", erzählt Eilers. Durch schnelle Lastwechsel und auf der Rüttelplatte testen die Fahrer, wie es sich anfühlt, wenn das Heck ihres BWM Zicken macht. "Wenn 280 PS auf nasser Fahrbahn nach vorne schieben, dann ist man schneller neben der Strecke, als gedacht", sagt Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer.

Er ist deshalb froh, die Kooperation mit dem Fahrsicherheitszentrum nutzen zu können. "Ende des Monats geht es für uns mit den Rennen richtig los, vorher müssen die wichtigen Grundlagen wieder sitzen." Fahrer Olli Hönig, der seit 1998 in Rennwagen sitzt, hat trotz seiner Erfahrungen Neues gelernt: "Wir provozieren in Grevenbroich Extremsituationen, die im Rennen deutlich seltener auftreten. Durch die stete Wiederholung vermeidet man auch alte Fehler."

Für Thomas Eilers, ist das Training mit den Rennfahrern nur eine kleine Umstellung. "Natürlich bringen die Piloten mehr Grundwissen mit. Aber die Techniken sind gleich." Allzu großem Übermut baut er dennoch vor: "Selbstverständlich haben wir mit unseren Driftkursen auch ein Angebot, bei dem es sportliche Fahrer richtig krachen lassen können. Aber nichts geht ohne nachweisliche Grundkenntnisse."

(NGZ)