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Grevenbroich: Reinigung: Personalrätin lehnt Privatisierung ab

Grevenbroich : Reinigung: Personalrätin lehnt Privatisierung ab

Das Rathaus, Schulen, Kitas, Turnhallen: Rund hundert Reinigungskräfte sorgen dort für Sauberkeit. Sie tun dies als Angestellte der Stadt – und dies soll so bleiben, sagt Anneliese von Scheidt, Vorsitzende des Personalrats im Rathaus.

Das Rathaus, Schulen, Kitas, Turnhallen: Rund hundert Reinigungskräfte sorgen dort für Sauberkeit. Sie tun dies als Angestellte der Stadt — und dies soll so bleiben, sagt Anneliese von Scheidt, Vorsitzende des Personalrats im Rathaus.

Sie lehnt vehement den Vorschlag von CDU-Fraktions-Chef Norbert Gand ab, die Reinigungsarbeiten durch Fremdfirmen erledigen zu lassen. "Das werden wir nicht mitmachen", so von Scheidt gegenüber unserer Zeitung.

"Werden soziale Härten haben"

Die Idee, durch niedriger bezahlte Putzkräfte Ausgaben zu senken, ist nicht neu. Sie stand auch im Gutachten von "Rödl und Partner". Die externen Berater hatten der Verwaltung empfohlen, auf kostenintensive Putzkolonnen zu verzichten, mit Fremdfirmen zu arbeiten und prognostizierten ein Einsparpotenzial von 600 000 Euro. Auch Norbert Gand hält Kostensenkungen von 500 000 Euro für möglich, allerdings will er "soziale Härten" vermeiden.

"Solche sozialen Härtefälle werden wir aber haben", ist die Vorsitzende des Personalrates überzeugt. Von Scheidt betont: "Wir wissen, was wir an unseren Frauen haben, gerade was die Flexibilität angeht." Sie schätzt die Aussagen von "Rödl und Partner" zum Einsparvolumen als "sehr fragwürdig" ein, "wobei der Weg dorthin auch Vertragskündigungen mit Fremdfirmen beinhaltet. Was wohl die freie Wirtschaft davon halten mag?" Geld ließe sich nur sparen, wenn die Kräfte künftig zu Dumpingpreisen beschäftigt würden: "Das kann ja wohl nicht im Interesse der heimischen Wirtschaft sein."

Kurzfristig sei eine Privatisierung der Gebäudereiniger unmöglich, sagt Anneliese von Scheidt: "Der Personalrat habe mit dem damaligen Bürgermeister Axel Prümm eine Dienstvereinbarung abgeschlossen." Darin sei festgelegt worden, dass mindestens 50 Prozent der städtischen Gebäude von eigenen Mitarbeitern gesäubert werden. Dass diese Vereinbarung geändert werde, hält die Personalratsvorsitzende für unwahrscheinlich: Auch Bürgermeisterin Ursula Kwasny habe schon 2011 abgelehnt, "auf Kosten von Menschen auf unterster Lohnebene zu sparen".

(NGZ/rl)