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Grevenbroich: Reifen werden schon knapp

Grevenbroich : Reifen werden schon knapp

Wer jetzt Winterreifen kauft, muss mit geringerem Angebot und höheren Preisen rechnen – das berichten Grevenbroicher Reifenhändler. Schon vor dem ersten Schneefall werden Winterreifen knapp.

Das Thermometer schrammt nachts an der Null-Grad-Marke, auch tagsüber ist es kälter geworden – der erste Schnee könnte bald fallen. Höchste Zeit für die Winterreifen. Doch wer sich für sein Auto jetzt einen neuen Satz Pneus zulegen will, um sicher durch Schnee und Eis kommen will, muss oft feststellen: Winterreifen sind knapp.

Das Angebot ist überschaubar, andere Autofahrer waren schneller. "Winterreifen sind bereits seit längerem knapp. Die Kunden müssen sich darauf einstellen, dass das Angebot nicht mehr so groß ist wie sonst und die Preise höher sind", sagt Thomas Gallus, Geschäftsführer bei ATG an der Merkatorstraße in Grevenbroich. Das Problem sei der Lieferengpass bei Reifenherstellern.

"Sie erklären, dass ihre Kapazitäten vor allem wegen des Ausrüstungsgeschäfts bei Neuwagen ausgelastet sind", so Gallus. Bereits vor einem Monat hatte Hersteller Michelin angedeutet, dass es dieses Jahr erneut zu Lieferengpässen kommen könnte. Nachschub gibt's bei ATG dennoch: "Wir wenden uns an Großhändler und an Firmen im benachbarten Ausland – etwa in Polen und in den Beneluxstaaten", so Gallus.

Um etwa zehn bis 20 Prozent seien viele Reifen allerdings zurzeit teurer. "Wir als Händler haben davon aber nichts, wir haben nur höheren Aufwand", sagt der ATG-Geschäftsführer. Auf fünf Bühnen ziehen dort zehn Mitarbeiter täglich 90 bis 120 Winterreifensätze auf die Felgen. "Die Großhändler haben die Preise angehoben", erklärt auch Hermann Grühsen vom Grühsen & Jahn Reifenservice an der Kölner Landstraße (B 59) in Allrath. "Verfügbar ist noch alles. Allerdings wird es bei Leicht-Lastwagen recht knapp."

Bei Reifen Duro-Moll an der Otto-Hahn-Straße im Industriegebiet Grevenbroich-Ost heißt es: "Noch ist alles lieferbar, sind die gängigen Größen und Marken noch da. Aber wenn in den nächsten 14 Tagen ein großer Wintereinbruch kommt, könnte alles weg sein", sagt Thomas Endberg. Er stellt fest, dass "sich viele Autofahrer in diesem Jahr sehr früh um den Reifenkauf und -wechsel kümmern. "Die Umrüstzeit hat bei uns diesmal bereits Anfang Oktober begonnen", so Endberg.

Vielleicht liege das an den Erfahrungen im vergangenen Winter. "Damals war es chaotisch. Wir hatten bereits dicken Schnee, als die Winterreifenpflicht eingeführt wurde und viele Autobesitzer Reifen brauchten", schildert Hermann Grühsen. Auch er beobachtet, dass dieses Jahr zahlreiche Autofahrer früher kommen. Thomas Gallus nennt einen weiteren Grund: "Vielleicht liegt das auch daran, dass viele hören, dass Winterreifen knapp werden."

(NGZ)