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Grevenbroich: Regen für das Mais-Labyrinth

Grevenbroich : Regen für das Mais-Labyrinth

Frimmersdorf Den Rasenmäher hat Landwirt Andreas Schmitz längst wieder in seinem Anhänger verstaut. "Den brauch ich im Moment nicht", sagt der 29-Jährige. Der Frimmersdorfer deutet auf den verdörrten Rasen.

Der Weg, der sich über einige Kilometer durch das Labyrinth aus Maispflanzen schlängelt, sieht trostlos aus. Eine Brise wirbelt die trockene Erde auf, einzelne Kieselsteine werden unter der Staubwolke sichtbar.

"Selbst die Maismännchen aus Holz, die als Stationen für die Besucher des Labyrinths stehen, haben wir mit der Spitzhacke eingraben müssen, so trocken ist der Boden", sagt Andreas Schmitz.

Bis zum Knie des 29-Jährigen reichen die grünen Maispflanzen neben dem Labyrinth-Eingang. Wenige Meter weiter steht der Mais schulterhoch. Der Landwirt vermutet: "Die Bodenqualität der rekultivierten Fläche ist unterschiedlich gut, daher die ganz kleinen und mittelgroßen Pflanzen."

Zudem "lechzt" der Mais nach Wasser. "Der Regenstand hätte besser sein können", sagt der Landwirt und zuckt mit den Schultern. "Als Kuhfutter wird er sich noch verkaufen lassen, denn Mais ist zurzeit überall knapp."

Zum vierten Mal öffnete Andreas Schmitz zusammen mit Freundin Mareike Palm (24) das Labyrinth für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. "Die ersten 300 Besucher waren trotz niedrig gewachsener Pflanzen begeistert.

Vor allem die Kinder flitzten durch die Gänge, während die Erwachsenen noch über den Mais schauen konnten", berichtet Mareike Palm. "Das Ende der Wege konnten sie allerdings nicht erspähen." Exakt 30 000 Quadratmeter groß ist das Gelände, früher wuchsen dort noch Kartoffeln neben dem Mais.

"Wir wollten nicht nur eine neue Attraktion für die Stadt schaffen, sondern auch etwas mit dem Labyrinth dazuverdienen", erklärt Andreas Schmitz vom gleichnamigen Erdbeerhof in Frimmersdorf.

Der Bauer bewirtschaftet zudem zahlreiche Hektar Ackerflächen mit Getreide, Zuckerrüben und Raps. Der Erfolg des Mais-Labyrinth hängt - ebenso wie die gesamte Ernte - vom Wetter ab.

"Im vergangenen Jahr hatten wir matschige Wege. Aufgrund des Regens haben wir das Labyrinth sogar früher geschlossen als geplant", erzählt der 29-Jährige. "Diesmal ist es zu trocken - die Pflanzen wachsen nicht richtig."

Um jedoch flexibel auf Sonne und Regen reagieren zu können, haben sich die beiden Organisatoren nun keinen festen Schlusspunkt gesetzt. "Wenn nötig, öffnen wir das Gelände bis Ende Oktober", sagt Schmitz.

Mit 60 Prozent Ernteausfall im Mais-Labyrinth rechnet der Landwirt zurzeit. "Je kleiner die Kolben sind, desto schwieriger wird es für uns, sie später zu ernten. Die Körner fallen aus dem Mähdrescher raus", so der Frimmersdorfer. Dennoch sind er und seine Freundin Mareike Palm optimistisch.

"Was jetzt fehlt, ist ein ordentlicher Guss Regen, dann sprießen die Pflanzen wieder", erklärt Andreas Schmitz. Einen Vorteil haben die niedrigen Maispflanzen dennoch für die Besucher. "Dort kann der Wind ordentlich durch-pfeifen. Das ist viel angenehmer, als bei 40 Grad im Schatten durch ein hochgewachsenes Mais-Labyrinth zu laufen", sagt der Landwirt.

Zu entdecken gibt es trotz kleinem Mais 'ne Menge - auch wenn der Aussichtsturm schon von Weitem mitten im Feld auszumachen ist: Sechs Stationen im Irrgarten mit zahlreichen Knobelaufgaben, die es zu lösen gilt, sowie ein Schwimmbecken mit Wasserrutsche auf dem Vorplatz - zur Abkühlung.

(NGZ)