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Grevenbroich: Realschüler entwickeln Erdbeben-App

Grevenbroich : Realschüler entwickeln Erdbeben-App

Die Lego-Roboter-AG der Realschule an der Bergheimer Straße baut nicht nur Roboter aus Lego, sie hat sich für einen Wettbewerb auch mit dem Thema "Erdbeben" beschäftigt. Auch eine App fürs Smartphone wurde entwickelt.

Sie haben eine ganze Menge Sonderschichten eingelegt und an ihren beiden Projekten getüftelt: Mit einem Lego-Roboter sowie einer fürs Smartphone entwickelten Erdbeben-App nimmt die Lego-Roboter-AG der Realschule Bergheimer Straße am nächsten FLL-Regionalwettbewerb teil (First Lego League). Jeden Tag kamen die sieben Schüler in den vergangenen Wochen nach dem Unterricht zusammen, um am Feinschliff von Roboter und App zu feilen. Lehrerin Stefanie Varney ist zufrieden: "Sie sind mit großem Eifer dabei und hätten es verdient, einen der vorderen Plätze zu belegen." Denn nicht nur nach dem Unterricht gehen die Schüler ihrer Technik-Begeisterung nach. Die AG trifft sich jeweils samstags von 10 bis 14 Uhr. Da wird freiwillig auf viel Freizeit verzichtet.

Dafür haben die Zwölf- bis 16-Jährigen sich aber mit zwei Dingen beschäftigt, bei denen selbst Erwachsene die Schultern zucken und sich fragen: Wie haben sie das gemacht? Einen Roboter aus Lego zu bauen, der auf Knopfdruck bestimmte Aufgaben erfüllt, ist schließlich schon nicht allzu einfach. Und eine App zu programmieren, die für das richtige Verhalten im Erdbebenfall sensibilisiert, ist nicht minder knifflig. Für Letzteres haben die Schüler erst einmal ausgiebig recherchiert — und in den Herbstferien beim Experten Klaus Lehmann in Krefeld vorbeigeschaut. Lehmann ist Leiter der Erdbebenstelle beim Geologischen Dienst NRW.

Von ihm erfuhren die Schüler, dass NRW ein Erdbeben-gefährdetes Gebiet sei. Der Rhein-Kreis-Neuss liege sogar in der zweithöchsten Gefährdungszone Deutschlands. Das letzte große Erdbeben erlebten die Menschen im Rhein-Kreis Neuss 1992 mit einer Stärke von 5,9 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag im niederländischen Roermond, nur etwa 50 Kilometer vom Rhein-Kreis-Neuss entfernt. Mehr als 30 Personen wurden damals verletzt, und es gab einen Sachschaden von etwa 150 Millionen Euro allein auf deutscher Seite.

Die Schüler erfuhren weiter, dass im Rhein-Kreis Neuss ein Erdbeben bis Stärke sieben möglich sei. Ein solches Beben könnte einen Ort "in Schutt und Asche" legen. "Nicht gerade eine beruhigende Information", waren die Schüler schnell einer Meinung und stutzten: Bis heute ist es nicht möglich, ein Erdbeben vorherzusagen. An markanten Stellen sind zwar Seismographen installiert, die kontinuierlich Meldungen an das Geologische Institut senden. "Diese werden im Moment jedoch noch von Hand ausgewertet und Meldungen unter anderem an den Katastrophenschutz weitergeleitet", erklärt Stefanie Varney.

Da ein Erdbeben meist nur wenige Sekunden dauert, ist es nicht möglich, die Bevölkerung vorher zu warnen. Daher ist es wichtig, dass die Bevölkerung weiß, wie sie sich im Falle eines Erdbebens verhalten soll. Die Roboter AG hat sich genau dies zur Aufgabe gemacht. Seit Wochen bearbeitet nun das Team, das sich den Namen "Spicy Action with Power" gegeben hat, einen Forschungsauftrag zum Thema Erdbeben. Dabei entstand die App mit einem Erdbeben-Quiz, die schon heute im Android-Appstore unter "Erdbeben-Quiz" heruntergeladen und getestet werden kann.

Jetzt fiebern die Schüler dem 23. November entgegen. Dann findet der Regionalwettbewerb in Aachen statt. Dass sie starke Konkurrenz haben, wissen sie. Leonard, der Tüftler der Gruppe, stellt jedoch klar: "Einmal den Wettbewerb gewinnen, das wäre super."

(NGZ)