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Grevenbroich: RB 38: Neue Züge erst ab 2016

Grevenbroich : RB 38: Neue Züge erst ab 2016

Bahnkunden auf der Regiobahn 38 haben Pech: Für viele von Köln ausgehende Strecken sind 56 moderne und großräumige Triebzüge bestellt, in Grevenbroich werden sie aber nicht fahren. Erst für 2016 ist Besserung in Sicht.

Sein Name: Coradia Lint 41 und 81. Sein Job: Er befördert Fahrgäste ab Ende 2013 komfortabel etwa auf mehreren von Köln ausgehenden Strecken. Fahrgäste der RB 38 zwischen Köln und Düsseldorf haben aber das Nachsehen: In Grevenbroich wird der neue Dieseltriebwagen vorerst nicht am Bahnsteig halten. Dabei beschweren sich seit Jahren viele Pendler über drangvolle Enge in den Zügen zur Hauptverkehrszeit (die NGZ berichtete). Doch es besteht weiter Hoffnung auf neues Material: Der Betrieb auf der RB 38 wird ausgeschrieben, der neue Vertrag läuft ab Dezember 2016.

Wenige Kilometer weiter südlich ist die moderne Bahn-Zukunft bereits angebrochen: Die DB Regio Rheinland hat den Zuschlag fürs sogenannte Kölner Dieselnetz ab Ende 2013 erhalten — und damit ist neues Wagenmaterial verbunden. Auf sieben Verbindungen im Bereich des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg — etwa von Köln nach Gerolstein und Trier — sollen 56 nagelneue, spurtstarke und teilweise niederflurige Lint-Triebwagen mit 180 oder 300 Sitzplätzen verkehren. Sie sind videoüberwacht, sogar Steckdosen für den Laptopanschluss sind geplant.

Und auf der RB 38? Grevenbroicher müssen weiter mit Triebwagen eines rund 20 Jahre alten Typs vorlieb nehmen. Das ruft die Grünen auf den Plan: "In vielen Teilen von Nordrhein-Westfalen kommen neue Fahrzeuge zum Einsatz, wir bleiben auf alten Wagen sitzen", kritisiert Ratsherr Dieter Dorok. "Ich werde den Landrat bitten, sich für neue Fahrzeuge auch bei uns einzusetzen. Wir brauchen moderne und größere Züge. Wer nach Düsseldorf fährt, bekommt oft in Kapellen keinen Sitzplatz mehr."

Nach den Plänen der Deutschen Bahn lassen neue Wagen aber auf sich warten. "Die RB 38 gehört nicht zum Kölner Dieselnetz. Der Vertrag für die Regionalbahn läuft bis Dezember 2016", so ein Bahnsprecher in Düsseldorf. "Bis dahin ist zurzeit nicht vorgesehen, andere Fahrzeuge einzusetzen. Wenn neues oder höherwertiges Material gewünscht wird, müssten Konditionen geändert werden, die Mehrkosten müssten die Verkehrsverbünde zahlen."

Doch es gibt Hoffnung: Der Betrieb auf der RB 38 wird in den nächsten Jahren neu ausgeschrieben. "Nach dem Wettbewerbsfahrplan der Verkehrsverbünde soll das Verfahren für die RB 38 im Dezember 2016 abgeschlossen sein. Dann wird es auch im Bereich der Fahrzeuge etwas Neues geben", sagt Sabine Tkatzik, Sprecherin des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Ob dann noch die roten DB-Züge auf der RB 38 fahren, steht nicht fest. Im VRR haben Konkurrenten — Eurobahn und Nordwestbahn — mehrere Ausschreibungen gewonnen.

(NGZ)