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Grevenbroich: Rauchmelder für jede Wohnung

Grevenbroich : Rauchmelder für jede Wohnung

Mehrere Tausend Grevenbroicher müssen ihr Eigenheim vermutlich noch in diesem Jahr mit Rauchmeldern nachrüsten. Die Landesregierung plant ein entsprechendes Gesetz. Die Feuerwehr begrüßt die Rauchmelderpflicht.

Udo Lennartz, Chef der Grevenbroicher Feuerwehr, findet das Signal aus Düsseldorf richtig: Die Landesregierung möchte noch in diesem Jahr eine Rauchmelderpflicht einführen. Den entsprechenden Gesetzentwurf will Rot-Grün nach der Sommerpause im Landtag vorlegen. Der Kern: Mieter und Hauseigentümer müssen künftig in ihrer Wohnung dafür sorgen, dass ausreichend Rauchmelder vorhanden sind. Mehrere Tausend Grevenbroicher müssten ihr Eigenheim demnach vermutlich noch in diesem Jahr nachrüsten. Wie viele Haushalte betroffen sind, ist unklar. Eine statistische Erfassung dazu gibt es bislang nicht.

Wie wichtig Rauchmelder sein können, wurde am Wochenende in Duisburg deutlich. Dort war in der Nacht zu Sonntag ein Feuer in einem Altenheim ausgebrochen. Ursache: offenbar eine brennende Zigarette. Zwar kam für zwei Bewohner jede Hilfe zu spät. Die restlichen Bewohner der Senioreneinrichtung konnten jedoch gerettet werden.

Udo Lennartz sieht in dem Gesetzesvorhaben der Landesregierung daher einen richtigen Schritt. "Rauchmelder können Leben retten", betont er. Die Kosten seien vergleichsweise überschaubar. "Einen Rauchmelder gibt es ab etwa zehn Euro aufwärts. Wer eine funkvernetzte Anlage möchte, muss etwas mehr ausgeben", sagt er. Die Funkvernetzung sorge dafür, dass ein Bürger den Alarm auch dann höre, wenn er sich zum Beispiel im Dachgeschoss befindet — und der Alarm im Keller losgeht. Bei einem Rauchmelder kommt es auch auf die Qualität des Alarmsignals an.

Die Feuerwehr bietet bereits seit langem allen Bürgern, die ihre Wohnung mit Rauchmeldern ausrüsten wollen, eine Beratung an. Denn welche Anlage optimalen Schutz bietet — das kann von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich sein. Eine Frage, mit der man sich seit einigen Jahren auch schon bei der Stadt beschäftigt. Dirk Schwarz, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, verweist darauf, dass die meisten städtischen Gebäude in Grevenbroich in den vergangenen Jahren bereits mit Rauchmeldern ausgerüstet wurden. "Dazu zählen die Kitas und Ogatas ebenso wie zum Beispiel das Alte Schloss und das Museum", sagt Schwarz.

Dennoch wird die Stadt bei einer Verabschiedung des Gesetzes weiter tätig werden müssen. "Noch haben nicht alle unsere Gebäude einen Rauchmelder", räumt Schwarz ein. "Da werden wir dann eine Bestandsaufnahme machen und nachrüsten müssen."

Die Kosten seien jedoch vergleichsweise überschaubar. "Da wir bereits viele Rauchmelder installiert haben, kommt kein Berg an Aufgaben auf uns zu", meint Schwarz. "Pro Gebäude kommt man mit ein bis zwei Dutzend Rauchmeldern aus. Das ist beileibe gut machbar."

Hier geht es zur Infostrecke: Sicher Schlafen mit Rauchmeldern

(NGZ/top)