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Grevenbroich: Rauchmelder: Bauverein rüstet Häuser früher aus

Grevenbroich : Rauchmelder: Bauverein rüstet Häuser früher aus

Ab 2017 sind Rauchwarnmelder in allen Wohnungen in NRW Pflicht. Der Bauverein will schon bis 2014 seine Häuser komplett ausstatten.

Insgesamt 62 Menschen starben 2012 bei Bränden in Nordrhein-Westfalen. In Grevenbroich war ein Toter bei einem Feuer am vergangenen Rosenmontag zu beklagen: Die Feuerwehr konnte einen 80 Jahre alten Mann nur tot aus einer Altbau-Wohnung des Bauvereins an der Uhlandstraße in Elsen bergen.

Mit Rauchwarnmeldern war die Wohnung nicht ausgestattet, dazu besteht laut Bauverein bislang keine Pflicht. Das soll sich landesweit ändern. Der Landtag hat jetzt eine Rauchwarnmelderpflicht beschlossen.

Ab 1. April 2013 müssen alle Neubauten in NRW mit den piepsenden Lebensrettern ausgerüstet werden. Für bestehende Wohnungen gibt's eine Übergangsfrist: In ihnen müssen bis Ende 2016 Melder installiert sein. Bis dahin will der Bauverein Grevenbroich aber nicht warten.

"Der Aufsichtsrat hat beschlossen, unsere 1600 Wohnungen möglichst zügig komplett mit Rauchwarnmeldern auszustatten. Wir wollen kurzfristig die Sicherheit unserer Bewohner erhöhen", erklärt Hubert Zimmermann vom Bauvereinsvorstand. Das Ziel: "Bis Ende 2014 — zwei Jahre vor Ende der gesetzlichen Frist — wollen wir in allen Wohnungen Meldern installiert haben." In den in den vergangenen Jahren entstandenen Neubauten — etwa an der Arndtstraße und am Flutgraben — "sind bereits solche Melder installiert. In Neubauten im sozialen Wohnungsbau sind sie seit langem Pflicht."

Für Altbauwohnungen seien sie aber bislang nicht vorgeschrieben gewesen. "Der Brand an der Uhlandstraße, bei dem leider einMensch starb, hat uns bestärkt, schnell zu handeln. Wir sollen die Ausstattung schneller vornehmen, als wir es schon vorher geplant hatten", so Zimmermann.

Für den Bauverein ist diese Aktion mit erheblichen Kosten verbunden: "Wir müssen etwa 1000 bis 1200 Wohnungen ausrüsten. Mit Montage kostet das mindestens 100 000 Euro", sagt Zimmermann. Der Bauverein will damit in diesem Jahr starten. "Zurzeit warten wir auf die Durchführungsbestimmungen für das Gesetz."

Aber auch viele andere Eigentümer sind betroffen. Laut dem Bauministerium wird geschätzt, dass in zwei von drei Haushalten noch die Melder fehlen. "Die Mehrheit der Menschen, die bei Bränden sterben, wird Opfer des Brandrauchs", betont Feuerwehrchef Udo Lennartz. "Oft werden Menschen im Schlaf überrascht, Melder können sie frühzeitig warnen. Sie sind für den Preis von rund zehn bis 60 Euro im Fachhandel, etwa in Baumärkten erhältlich." Beim Kauf solle darauf geachtet werden, "dass die Melder ein CE-Zeichen tragen und die Norm DIN EN 14604 erfüllen". Zudem gebe es Melder mit Funkvernetzung. Löst einer aus, warnen auch die anderen.

Laut Bauministerium müssen Schlaf-, Kinderzimmer, andere Räume, in denen Menschen regelmäßig schlafen, sowie Flure, die als Rettungswege dienen, Piepser erhalten. "Optimal ist aber die Ausrüstung weiterer Räume, etwa der Küche oder der Dachgeschosses", so Lennartz. Die Rauchwarnmelder sollen an der Decke angebracht werden, Wo die Montage sinnvoll ist, darüber können sich Bürger bei der Feuerwehr informieren (02181 23010).

Einen Rauchmelder erhalten Sie zum Beispiel im RP Shop.

(NGZ/rl/jco)