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Grevenbroich: Rattenplage in der Stadt

Grevenbroich : Rattenplage in der Stadt

Schädlingsbekämpfer stellen eine drastisch wachsende Ratten-Population in Grevenbroich fest. Diese sei bis zu 40 Prozent höher als im Vorjahr. Die Nager nisten sich in Gehöften und Privathäusern ein – und sind oft aggressiv.

Schädlingsbekämpfer stellen eine drastisch wachsende Ratten-Population in Grevenbroich fest. Diese sei bis zu 40 Prozent höher als im Vorjahr. Die Nager nisten sich in Gehöften und Privathäusern ein — und sind oft aggressiv.

Über mangelnde Einsätze kann sich Dirk Heyartz momentan nicht beklagen. Im Gegenteil — der Schädlingsbekämpfer wird ständig von neuen Kunden angerufen. Fast alle haben dasselbe Problem: Ratten. "Wir haben eine echte Rattenplage in der Stadt", sagt Dirk Heyartz. Im Vergleich zum Vorjahr schätzt er die Steigerung auf 40 Prozent.

Vor allem in Gehöften und Privathäusern machen sich die Nager breit. Bürger berichten zudem, Ratten bereits am helllichten Tag im Stadtgebiet gesehen zu haben. Das ist für die nachtaktiven Tiere ungewöhnlich. Es zeigt: Sie verlieren die Scheu vor dem Menschen. "Vor allem dann, wenn sie auf Futtersuche sind", sagt Heyartz.

Ein Grund für die hohe Ratten-Population sind die momentan idealen Bedingungen, die sie zum Leben und Vermehren vorfindet. Durch das regnerische Wetter zieht es weniger Menschen nach draußen. "Die Ratten können schalten und walten, wie sie wollen, und in aller Ruhe ihre Nester bauen", sagt Heyartz. Zugleich ist genug Nahrung vorhanden. Korn, Weizen, Äpfel — für die Tiere ein gigantisches Open-Air-Selbstbedienungsrestaurant. Wenn die Nager gut genährt sind, schlägt sich das in der Vermehrung nieder.

Nach zwei bis drei Monaten sind die Tiere geschlechtsreif. Ihre Würfe umfassen meist um die acht Junge. Die am häufigsten in der Stadt vorkommende Ratte, die Wanderrate, wirft etwa dreimal pro Jahr. Ihre Nester schlägt sie in Kellern, Dachstühlen oder der Kanalisation auf. Allerdings auch in Heuballen.

Wenn diese vom Feld ins Lager gebracht werden, reisen die im Heu nistenden Ratten sozusagen mit. "Das lässt sich kaum verhindern", meint Heyartz. Das Problem: Die Ratten breiten sich aus. Befinden sich in der Nähe von befallenen Gebäuden weitere Häuser, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Nager auf kurz oder lang auch dort einnisten. Dann hilft nur noch der Schädlingsbekämpfer.

Heyartz und seine Kollegen haben festgestellt, dass die Tiere äußerst aggressiv sind. "Man muss aufpassen, nicht gebissen zu werden", sagt Heyartz. Generell ist Vorsicht angebracht — wegen der Krankheiten, die durch einen Biss und die Ausscheidungen der Tiere übertragen werden können. Dazu zählt unter anderem das Hantavirus.

Die Kosten, um ein Privathaus fachmännisch von Ratten befreien zu lassen, liegen zwischen 160 und 450 Euro. Ohne das nötige Fachwissen lassen sich die Tiere nur schwer vertreiben.

Ob auch städtische Gebäude — zum Beispiel Schulen — von der Rattenplage betroffen sind, teilte die Stadt gestern auf NGZ-Nachfrage nicht mit.

(NGZ)